Sommer dürfte unter die fünf heißesten der Geschichte fallen

Der meteorologische Sommer 2018 ist auf Kurs, unter die fünf heißesten der 252-jährigen Messgeschichte in Österreich zu fallen. Juni, Juli und die ersten August-Tage waren mit plus 1,7 Grad über dem vieljährigen Durchschnitt deutlich zu warm, so die ZAMG am Montag. Die Zahl der Hitzetage und Tropennächte übersteigt in einigen Landeshauptstädten bereits jene eines durchschnittlichen Sommers.

Die Top drei der heißesten Sommer des Landes werden laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) vom Jahr 2003 angeführt, gefolgt von 2015 und 2017. Die elf wärmsten Sommer der Messgeschichte in Österreich wurden alle seit dem Jahr 2000 registriert.

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Inklusive Anfang August gab es in allen Landeshauptstädten mehr Hitzetage mit einem Höchstwert von mindestens 30 Grad als in einem durchschnittlichen gesamten meteorologischen Sommer von Anfang Juni bis Ende August. Manche Orte lagen schon 50 bis 100 Prozent über dem Schnitt. In Bregenz waren es beispielsweise bis 6. August 13 Hitzetage, im Klimamittel eines gesamten Sommers sind es dort vier. In Salzburg Freisaal gab es bisher 20 Hitzetage (Mittel: zehn), in Linz waren es 18 (zehn) und auf der Hohen Warte in Wien 22 Tage mit mindestens 30 Grad (15).

Bei den Tropennächten – in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt – liegen einige Landeshauptstädte bereits um das Zwei- bis Vierfache über dem Mittel eines gesamten Sommers. In Eisenstadt, wo von Juni bis August im Schnitt 3,4 solcher Nächte verzeichnet werden, waren es bis 6. August bereits elf und in Linz sechs (Mittel: 1,6). An der ZAMG-Wetterstation Wien Innere Stadt wurde in der Nacht auf Montag die 14. Tropennacht in Serie gemessen, auf der Hohen Warte die neunte in Folge. Die längste Serie an Tropennächten in der Wiener City gab es mit 17 Tagen im Sommer 1994, was auch der Österreich-Rekord ist. Der Rekord auf der Hohen Warte liegt bei elf Tropennächten hintereinander im Sommer 2015. Es könnte also noch in dieser Woche einen neuen Tropennacht-Rekord geben, betonte die ZAMG.

Die Zahl der Regentage und die Regenmengen lagen bisher unter jenen des durchschnittlichen Gesamtsommers bis Ende August, zum Teil sogar deutlich. Österreichweit gesehen wurde bisher knapp 30 Prozent weniger Regen verzeichnet. In Bregenz gab es seit Anfang Juni nur 17 Tage mit mindestens einem Millimeter Niederschlag (Mittel: 41), in Innsbruck 23 (40) und in Linz 19 Regentage (35).

Die ZAMG erwartet in den kommenden Tagen weiter extrem heißes Wetter. Die Höchsttemperaturen liegen verbreitet über 30 Grad, für Donnerstag werden vereinzelt sogar um die 38 Grad prognostiziert. An den Nachmittagen sind besonders im Bergland kräftige Gewitter möglich. Am Freitag beendet eine Kaltfront die extreme Hitze. Im Osten und Süden sind noch um die 36 Grad zu erwarten, von Westen ziehen jedoch im Lauf des Tages Regenschauer und Gewitter über das Land. Auch Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel sind möglich.