Sommerspaß für Rolli-Fahrer

Einmal ans Meer oder die Berge ganz aus der Nähe sehen – viele Kinder mit einer Beeinträchtigung träumen vom besonderen Sommerurlaub. Was es bei der Reise mit dem Rolli im Gepäck zu beachten gilt, weiß Egon Waser, Spezialist für Kinder-Rehatechnik bei der Firma ORTHOtechnik Falkensammer.

„Die Zeiten, in denen Menschen mit Beeinträchtigung im Sommer zu Hause bleiben mussten, sind inzwischen vorbei. Langsam stellt sich der Tourismus auf die Bedürfnisse von Rolli-Fahrern ein“, freut sich der Experte.

Aber auch wenn die Reisesituation besser wird, ist eine umfassende Recherche über das Reiseziel im Vorfeld sinnvoll: „Die besten Informationen bekommt man in Online-Spezialforen, wo sich Betroffene austauschen. Das fängt schon bei der Frage an, welche Urlaubsziele weitgehend barrierefrei sind. Da die Anforderungen individuell verschieden sind, lässt sich das auch nicht pauschal beantworten.

Einige Reiseanbieter nennen sich barrierefrei und sind es aber nur für einen Teil der Kinder, andere wissen gar nicht, dass ihr Angebot für Menschen mit Beeinträchtigung perfekt geeignet ist. Am besten direkt bei der Unterkunft anfragen und die persönlichen Bedürfnisse genau beschreiben“, so Waser.

Flugreisen sind mit wenig Planung kein Problem

Wenn es dann losgehen kann, ist die Anreise zu klären. Wer mit Bahn oder Flugzeug unterwegs ist, sollte sich über die Rahmenbedingungen informieren. Bei Fluglinien müssen alle Mobilitätshilfen im Vorfeld angemeldet werden. Besonders bei Akkus sollte man wissen, welche Technologie verwendet wird, diese könnten zum Flughindernis werden.
Immer weniger Probleme gibt es inzwischen während der Reise, wie Waser von Kunden weiß: „Bei den allermeisten Fluglinien ist das Bemühen groß, Menschen mit Beeinträchtigungen eine angenehme Reise zu ermöglichen. Natürlich können kleine WCs eine Hürde sein, aber das Personal hilft gerne und kompetent.“

Dass die Ferien am Sandstrand oder in luftigen Gebirgshöhen verbracht werden können, liegt auch am stetig wachsenden Angebot von Spezialhilfsmitteln. Mobile Hebelifter, ganz klein zusammenlegbare Elektro-Rollis, Strandfahrzeuge mit großen Reifen – all das bietet Kindern und Erwachsenen ein Stück mehr Freiheit im Sommer. Viele Urlaubsanbieter stellen diese Geräte auch vor Ort zur Verfügung.

Wer mit Rädern reist, sollte auch daran denken, dass der fahrbare Untersatz eine Panne haben kann: „Allein durch die Kraft der Sonne können Rolli-Reifen platzen, auch die Kombination aus heißem Asphalt und spitzen Steinen birgt das Risiko eines ungewollten Boxenstops.

Entweder man investiert in pannensichere Reifen oder hat einen Reserveschlauch im Gepäck, das spart Nerven und Zeit. Waser empfiehlt das Hilfsmittel direkt vor Abreise zu fotografieren, das erleichtert oftmals im Schadensfall die Abwicklung.“

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