Sommertouristen 2019: Nur knapp 30 Prozent aus Österreich

Worauf die heimischen Touristiker nur sehnsuchtsvoll zurückblicken können, ist die Sommersaison (Mai bis Oktober) 2019. Seit dem Corona-Lockdown sind die Ergebnisse außerhalb jeder Reichweite. Evident ist die massive Abhängigkeit von deutschen Urlaubern. Diese buchten 37,4 Prozent der insgesamt 79 Millionen Nächtigungen, die Österreicher selbst nur 29,5 Prozent, zeigen Daten der Statistik Austria.

Somit sorgten allein die deutschen und die heimischen Urlauber für gut zwei Drittel des Geschäfts in den Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Das restliche Drittel ist auf zahlreiche andere Herkunftsländer aufgesplittet. Die drittwichtigste Urlaubergruppe sind die Holländer, die im Vorjahr auf einen Anteil von 5 Prozent an den Nächtigungen kamen – sie buchten rund vier Millionen Übernachtungen in Österreich.

Die meisten Touristen wollten auch im Sommerhalbjahr 2019 nach Tirol. Dorthin führten in der Vorjahressaison 28 Prozent der Buchungen. Dahinter folgten Salzburg (17,4 Prozent aller Nächtigungen) sowie fast gleichauf Wien (12,3 Prozent) und Kärnten (12,2 Prozent).

“Uns allen ist klar, dass die heurige Sommersaison sich von jener des Vorjahres deutlich unterscheiden wird”, so Tourismusministerin Elisabeth Köstinger am Mittwoch. “Die gesamte Branche hat aufgrund des Coronavirus eine Vollbremsung hingelegt – fast alle Betriebe mussten im März schließen”, sagte die Ministerin. Die vergangenen Wochen seien für die heimischen Tourismusbetriebe “extrem herausfordernd” gewesen. Nicht nur der Ferientourismus sei massiv betroffen, auch der Städtetourismus stehe vor großen Problemen – nicht zuletzt durch die Absage von großen Kulturveranstaltungen oder Kongressen. Hier sei das Fernbleiben internationaler Gäste besonders spürbar.

Um den notleidenden Tourismus zu unterstützen, hat die Tourismusministerin in den vergangenen Wochen bereits mehrfach empfohlen, heuer Urlaub im eigenen Land zu machen. “Österreich bietet ein vielfältiges Angebot. Das heurige Jahr ist ein guter Zeitpunkt, die Heimat zu entdecken”, so Köstinger.

Vor allem die im Westen gelegenen Bundesländer Vorarlberg und Tirol seien maßgeblich vom deutschen Markt abhängig, bestätigte die Statistik Austria am Mittwoch – mit einem Nächtigungsanteil von 58,4 respektive 54,8 Prozent. In den östlichen Landesteilen dominierten hingegen österreichische Urlauber mit einem Anteil von 73,5 Prozent im Burgenland, 62,3 Prozent in Niederösterreich, 60,4 Prozent in der Steiermark und 52,1 Prozent in Oberösterreich. In Wien wiederum kamen 63,1 Prozent der Buchungen von Urlaubern, die weder aus Deutschland noch aus Österreich anreisten.

Auf die beiden Monate der Hauptsaison – Juli und August – entfiel fast die Hälfte des Sommergeschäfts (49,3 Prozent), auf die Vorsaison im Mai und Juni sowie auf die Nachsaison im September und Oktober jeweils ein Viertel.

Urlauber aus Österreich fuhren am liebsten in die Steiermark und nach Kärnten. Sie buchten im vergangenen Sommerhalbjahr insgesamt 23,3 Millionen Nächtigungen – fast ein Fünftel (19,1 Prozent) davon in der Steiermark, 16,7 Prozent in Kärnten, 13,8 Prozent in Salzburg, 12,6 Prozent in Niederösterreich, 12 Prozent in Oberösterreich und lediglich 10 Prozent in Tirol.

Im Sommer 2019 standen den Touristen in Österreich rund 1,1 Millionen Betten in 65.000 Beherbergungsbetrieben zur Verfügung. Mehr als ein Drittel der Buchungen (35,1 Prozent bzw. 27,7 Millionen Nächtigungen) erfolgte in Vier- und Fünf-Stern-Hotels, rund ein Fünftel (20,3 Prozent) in Drei-Stern-Betrieben.

Fast ein Zehntel aller Übernachtungen (8 Prozent bzw. rund 6,3 Millionen) wurde auf Campingplatzen gebucht. Knapp drei Viertel davon (74,1 Prozent bzw. 4,7 Millionen) stammten von Touristen aus dem Ausland, der Rest (25,9 Prozent bzw. 1,6 Millionen) von Urlaubern aus Österreich.

Mit einem Plus von 8,3 Prozent die stärkste Steigerung in der Nachfrage verzeichneten im Sommer des Vorjahres gewerbliche Ferienwohnungen, Chalets und Appartements. Auf diese Kategorie entfielen 7,4 Prozent aller Urlaubernächtigungen.

Die Mehrheit der österreichischen Beherbergungsbetriebe (rund 44.000 von 65.000) wird laut Statistik Austria im Nebenerwerb als Privatquartier geführt. Diese privaten Unterkünfte verbuchten 11,4 Millionen Nächtigungen und stellten somit 14,4 Prozent des Sommergeschäfts 2019.

Wie ist Ihre Meinung?