Sonnengelber Fitmacher

Der Löwenzahn hat Hochsaison und so verwandeln sich im April und Mai viele Wiesen in gelbe Blütenmeere. Als Zeigerpflanze bevorzugt der Löwenzahn stickstoffreiche Böden, weswegen er gut gedüngte Grünflächen im Frühling nahezu übersät. Durch seine lange Pfahlwurzel gräbt sich der Löwenzahn tief in den Boden, um ihn loszuwerden, muss man ihn schon mit Spaten oder Hacke ausstechen. Auch am Blütenstaub, der sich an Fenstern und Autos absetzt, finden wir im Gegensatz zu den Bienen und Insekten nur wenig Gefallen. Löwenzahn hat aber auch eine Reihe gesunde und kulinarische Vorzügen – weiß man um diese einmal Bescheid, wird er vielleicht sogar zum gern gesehenen Gast im Garten.

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Löwenzahnmarmelade © Nimmervoll

Text: Gisela Nimmervoll

Durch die Bitterstoffe in den Blättern stärkt der Löwenzahn vor allem Leber und Verdauungsorgane. Die Gallenproduktion und die Aktivität von Milz, Bauchspeicheldrüse und Nieren werden durch den Verzehr der Blätter angeregt. Auch als harntreibendes Mittel ist Löwenzahn bekannt, weswegen Tee daraus gerne bei Frühjahrskuren zur Blutreinigung und zum Entwässern getrunken wird. Das hat ihm wohl auch Beinamen wie Bettnässer oder Pissblume eingebracht.

Vitaminreiches Gemüse

Wegen seines Vitamin- und Mineralstoffreichtums sollte Löwenzahn in keinem Frühlingssalat fehlen. Nach dem Winter können durch regelmäßigen Verzehr die Reserven aufgefüllt und der Kreislauf in Schwung gebracht werden. Essbar sind alle Teile der Pflanze – aus den gelben Zungenblüten kann Marmelade, Sirup oder Löwenzahnhonig hergestellt werden. Die Blätter und Stängel schmecken im Salat und Smoothie und sogar die Wurzel bringt in der Gemüsepfanne oder in der Suppe neben gesundheitlichen Vorteilen auch geschmackliche Highlights. Die Wurzeln enthalten zudem viel präbiotisch wirksames Inulin für eine gesunde Darmflora.

Der Löwenzahn ist eine der bekanntesten Wildpflanzen, sogar Kinder erkennen die gelben Blüten und flauschigen Samenstände, die sich durch Anpusten in alle Richtungen verteilen. Die Blätter sehen aber nicht immer gleich aus. Je nach Standort, Klima, Jahreszeit, Landschaft, Höhe sowie Boden- und Lichtverhältnissen variiert ihre Form. An schattigen und feuchten Orten sind die Blätter größer, breiter und weniger gezackt. An trockenen, lichten Standorten weisen sie tiefere Einschnitte auf und sind kleiner.

Pflanze für Spiel und Spaß

Als „Spielpflanze“ lieben Kinder Löwenzahn. So werden die Bäckchen mit den Blüten knallgelb gefärbt oder Löwenzahnkränze geflochten. Mit dem Milchsaft der Blätter und Stängel können sich Kinder Gänseblümchen als Schmuck an die Ohren kleben und aus den hohlen Röhrenstängeln kann „Ringelschmuck“ gebastelt werden – dazu müssen die Stängel nur gespalten, in Wasser gelegt und zusammengekettet werden. Mütter sehen die Spielchen mit der Pflanze allerdings nicht so gern, da der Milchsaft an der Kleidung unschöne Flecken hinterlässt, die sich nicht herauswaschen lassen.

Löwenzahnmarmelade

Zutaten: 6 bis 7 Handvoll Löwenzahnblüten (ca. 100 g), 700 ml frisch gepresster Orangensaft, 300 ml Wasser, Saft von drei Zitronen, 500 g Gelierzucker (2:1), ½ TL Vanillepulver, 7 bis 10 kleine Gläser

Zubereitung: Die Löwenzahnblüten nach mehreren sonnigen Tagen zur Mittagszeit sammeln und die feinen gelben Blüten vom grünen Kelch zupfen. Die Blüten dann kurz am Tisch oder auf einem Blech ausbreiten und auf kleine Käfer und Insekten kontrollieren. Die Blüten dann in einen Topf geben, mit Orangensaft, Zitronensaft und Wasser übergießen und für etwa zwei Stunden ziehen lassen. Dann den Gelierzucker und das Vanillepulver einstreuen und die Masse erhitzen. Die Marmelade soll unter ständigem Rühren vier bis fünf Minuten köcheln. Anschließend kann sie heiß in die sauberen Gläser abgefüllt und verschlossen werden.