Sorge um Flüchtlinge auf vermisstem Schlauchboot im Mittelmeer

Die Hilfsorganisation „Alarm Phone“ hat am Montag die Tonaufnahme eines telefonischen Anrufes veröffentlicht, mit dem eine Migrantin an Bord eines im Mittelmeer in Seenot geratenen Schlauchbootes um Hilfe bat.

Die französisch sprechende Frau erklärte, sie sei schwanger und mit einer kranken Tochter unterwegs. „Die Menschen sterben hier“, sagte die Frau verzweifelt.

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Eine männliche Stimmer sagte hinzu, dass sich zwei Leichen an Bord des Bootes befanden. Veröffentlicht wurde auch die Tonaufnahme eines weiteren Migranten an Bord eines Schlauchbootes mit insgesamt 47 Personen an Bord. „Wir sind in kritischem Zustand, wir können nicht länger warten“, sagte er.

Das von der spanischen NGO Maydayterraneo betriebene Schiff „Aita Mari“ kündigte indes an, dass es das Schlauchboot mit 47 Personen an Bord lokalisiert habe.

Das Schiff verfüge jedoch nicht über genügende Mittel für die Rettung von so vielen Menschen und benötige daher Unterstützung, berichtete „Alarm Phone“.

Internationale Organisationen sorgen sich um das Schicksal von dutzenden Flüchtlingen, deren Schlauchboot im Mittelmeer seit dem Wochenende vermisst wird. Das Boot sei offenbar gekentert.

Ein Frontex-Flugzeug setzte die Suche am Montag fort. Nach Angaben der deutschen Seenotrettungsorganisation „Sea Watch“ befanden sich mutmaßlich 85 Menschen auf dem Schlauchboot.

„Sea Watch“ sowie die ebenfalls deutsche Organisation „United4Rescue“ hatten nach eigenen Angaben am Wochenende dieses Boot sowie drei weitere Flüchtlingsboote in Seenot vor der Südküste von Malta gesichtet.

Laut „Alarm Phone“ hätten sich in der vergangenen Woche etwa tausend Migranten an Bord von Booten in Richtung Italien in Bewegung gesetzt.

Fünf Boote haben bereits Sizilien erreicht. Am Montag traf im sizilianischen Portopalo ein Boot mit 77 Personen an Bord ein. Am Sonntag war ein Schlauchboot mit 101 Personen im sizilienischen Hafen Pozzallo eingetroffen.

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