Manfred Maurer

Meinung

von Manfred Maurer

Spanischer Knoten

Der Sozialist Pedro Sanchez und die Konservative Theresa May haben eines gemeinsam: Der Spanier suchte wie 2017 die Britin in einer vermeintlich ausweglosen Situation sein Heil in Neuwahlen — und landete erst recht in der Sackgasse.

Theresa May vergeigte seinerzeit die Tory-Mehrheit im Unterhaus und damit die Restchance auf eine Bestätigung ihres Brexit-Deals. Pedro Sanchez ist nach dem jüngsten Urnengang noch weiter als davor von einer regierungsfähigen Mehrheit entfernt.

Der amtierende Regierungschef hat Spanien in diese Situation manövriert, weil er die Macht nicht mit einer anderen linken Partei — Podemos — teilen wollte. Das Erstarken der rechtsextremen Vox-Partei war absehbar und wird sich fortsetzen, wenn Sanchez’ Machtspielchen einmal mehr in Neuwahlen münden.

„Die fünfgrößte Volkswirtschaft Europas bleibt ein politisches und damit wirtschaftliches Pulverfass.“

Wie der Genosse in der immer mehr zersplitterten Parteienlandschaft den Gordischen Knoten durchschlagen könnte, ist nicht erkennbar. Die fünfgrößte Volkswirtschaft Europas bleibt somit ein politisches und damit wirtschaftliches Pulverfass. Die Lunte brennt umso schneller, als niemand in Madrid — weder rechts noch links — eine Antwort auf die wieder an Dynamik gewinnende Absetzbewegung der reichen Provinz Katalonien hat.

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