Spannendes Titelrennen der „Großen Drei“ in Spanien

In England (Manchester City) und Italien (Inter Mailand) scheint die Meisterfrage geklärt, in Deutschland läuft alles Richtung neuerlichem Erfolg von Bayern München – von den vier Top-Ligen Europas ist nur in Spanien der Titelkampf völlig offen. Atletico Madrid (67 Punkte), Titelverteidiger Real Madrid (66) und FC Barcelona (65) liefern sich in LaLiga einen Dreikampf, dahinter lauert der FC Sevilla (61) auf Umfaller der „Großen Drei“.

In den vergangenen 16 Saisonen haben nur Barcelona (10x), Real (5x) und Atletico (1x/2014) den Titel geholt, die Serie wird wohl auch heuer fortgesetzt. Die Form spricht dabei für Real Madrid, das am Sonntag beim Tabellen-15. Getafe gastiert. Die Mannschaft von Zinedine Zidane ist seit 14 Spielen ungeschlagen, hat vergangenes Wochenende den Clasico gegen Barcelona mit 2:1 gewonnen und am Mittwoch den Aufstieg ins Halbfinale der Champions League geschafft. Auch die direkten Duelle und das leichtere Restprogramm sprechen für Real.

Im aktuellen Erfolgslauf diktiert das Mittelfeldtrio Casemiro, Luka Modric und Toni Kroos das Spiel – und vorne trifft Karim Benzema. Lediglich die Verletztenliste macht Sorgen. Kapitän Sergio Ramos und Lucas Vazquez fallen länger aus, Rekordtransfer Eden Hazard und Dani Carvajal sind fraglich. „Wir stoßen an unsere Grenzen“, sagte Zidane zur Personalsituation.

Konträr die Situation beim Stadtrivalen. Atletico hat seit Anfang Februar fast den gesamten Vorsprung von zehn Punkten auf Real und Barca verspielt. Das Coronavirus hat Atletico gebremst, im Sturm wird die Decke dünn. Luis Suarez fällt drei Wochen aus, Joao Felix, Thomas Lemar und Moussa Dembele sind angeschlagen.

Trainer Diego Simeone strahlt dennoch weiter volle Zuversicht aus. „Wir sind noch immer an der Spitze, und auch wenn wir einige Verletzte haben, können wir das nicht als Ausrede benutzen. Es ist eine Mentalitätssache, der Wunsch, den wir haben, Trophäen zu gewinnen. Das ist, was uns motiviert. Wir sind stark und haben eine Gruppe mit Topspielern“, betonte er vor dem Sonntag-Heimspiel gegen Schlusslicht Eibar.

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Barcelona ist am Sonntag in der Liga nur Zuschauer. Lionel Messi und Co. können am Samstag im Finale der Copa del Rey den ersten Titel dieser Saison gewinnen und am Mittwoch im Heimspiel gegen Granada nachziehen. Angeführt von Liga-Toptorjäger Messi (23 Treffer) ist das Team von Ronald Koeman die Torfabrik der Liga und hat seit Jahresbeginn eine starke Serie gespielt.

Acht Runden sind in Spanien noch ausständig und es zeichnet sich ein ähnlich spannendes Finale wie 2014 oder 2016 ab. Vor sieben Jahren hat Atletico am letzten Spieltag mit einem 1:1 in Barcelona eine 18 Jahre währende Durststrecke beendet. 2016 ging das Trio nur durch einen Punkt getrennt in die vorletzte Runde, am Schluss feierte Barcelona.

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