SPÖ wird erneut umgebaut

Rendi-Wagner wird alleinige Klubchefin, Drozda Bundesgeschäftsführer

Pamela Rendi-Wagner hat in ihrem Spitzenteam keinen Platz mehr für Andreas Schieder und Max Lercher. Den Klubchef macht sie selbst, in der Parteizentrale übernimmt ihr Vertrauter Thomas Drozda das Steuerrad.
Pamela Rendi-Wagner hat in ihrem Spitzenteam keinen Platz mehr für Andreas Schieder und Max Lercher. Den Klubchef macht sie selbst, in der Parteizentrale übernimmt ihr Vertrauter Thomas Drozda das Steuerrad. © APA/Hochmuth

Nun ist sie auch offiziell als Vorsitzende designiert: Pamela Rendi-Wagner wurde Dienstag Abend vom SPÖ-Parteivorstand das „volle Vertrauen“ ausgesprochen. Und auch ihr Personalpaket wurde abgesegnet — allerdings nicht ganz so einstimmig. Thomas Drozda wurde zum neuen alleinigen Bundesgeschäftsführer bestimmt. Der großbürgerliche ehemalige Kulturmanager, der von Christian Kern zurück in die Politik geholt wurde, soll als getreuer Gefolgsmann die neue Vorsitzende durch die Fallen des politischen Alltags begleiten. Drozda, aufgewachsen in Piberbach (Bez. Linz-Land), hat an der JKU BWL studiert und war zehn Jahre kaufmännischer Geschäftsführer im Burgtheater. Auffällig ist, dass die SPÖ nun auf beiden Spitzenpositionen nicht unbedingt Signale in Richtung ehemaliger Kernwählerschaft aussendet. Sowohl Rendi-Wagner als auch Drozda gehen kaum als Arbeiterführer durch, vielmehr repräsentieren sie den Typus des eher elitären Bildungsbürgers.

 

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Der bisherige und nun abgesetzte Bundesgeschäftsführer Max Lercher erklärte gegenüber Journalisten: „Mir geht’s gut.“ Zum Wohle der Partei seien gute Entscheidungen getroffen worden. Er sei „nicht enttäuscht“. Ihm gehe es nicht um Posten, sondern um Werte.

Schon am Nachmittag hat der SPÖ-Klub im Parlament die Weichen neu gestellt. Der geschäftsführende Klubchef Andreas Schieder wird sich nach fünf Jahren aus dieser Funktion zurückziehen. Er soll stellvertretender Klubobmann werden. Rendi-Wagner wird den Klub alleine führen.

SPÖ braucht mehr Mut

Rendi-Wagner fordert von der Partei mehr „Mut zu einfachen und verständlichen Antworten“, so Rendi-Wagner in ihrer rund zehnminütigen Erklärung nach dem Parteivorstand. Man wolle immer für „Chancengleichheit und Gerechtigkeit“ stehen. Auf Fragen habe man zuletzt wohl zu wenige Antworten gegeben. Das müsse sich nun ändern. Man wolle Menschen jetzt bei ihren „Wünschen, Bedürfnissen, Sorgen und Erwartungen abholen“, so Rendi-Wagner. Inhaltlich will Rendi-Wagner die SPÖ als moderne, weltoffene Partei positionieren, die sich nicht über den politischen Gegner definiere.