Sport Austria fordert Impf-Strategie

Am Ende eines auch für den Sport fordernden Jahres ist am Montag bei einer Pressekonferenz von Sport Austria in Wien die Situation des organisierten Sports in der Pandemie im Mittelpunkt gestanden. Um dies aufzuzeigen waren im Oktober 2.000 Personen aus allen demografischen Gruppen repräsentativ befragt worden. Die Kernaussage ist, dass der Sport für zwei Drittel der Bevölkerung wichtig ist, aber gelitten hat. Die aktive Ausübung und der passive Konsum seien zurückgegangen.

Die Befragung wurde vor dem zweiten Lockdown durchgeführt, schon da hatten demnach 28 Prozent weniger Sport betrieben als zuvor. Zugenommen habe der Sportkonsum im TV – um 10 Prozent. Um 9 Prozent gesunken sei hingegen der Sport-Streamingbereich, vor allem für kleinere Sportarten von Bedeutung. Noch ein Detail: In der Sportwirtschaft werde der Corona-Schaden 2020 mit einem Wertschöpfungsminus von mindestens 30 Prozent viermal höher ausfallen als in der Gesamtwirtschaft.

„Um diese Krise bewältigen zu können, benötigen wir Planungssicherheit für die Vereine, eine Fortsetzung der finanziellen Unterstützung für den Breiten- wie für den Spitzensport“, sagte Sport-Austria-Präsident Hans Niessl. Er forderte die Aufnahme von Spitzensportlern und Ehrenamtlichen – auf freiwilliger Basis – in den staatlichen Impfplan. „Wichtig ist auch, dass jetzt eine objektive Aufklärungskampagne zur Impfung begonnen wird. Nach der Pandemie benötigen wir eine Bewegungsoffensive.“

Auch die Präsidenten der Dachverbände nahmen Stellung. „Der für unsere Gesellschaft so wichtige Vereinssport mit seinen vielen Freiwilligen muss auch langfristig mit gezielten Maßnahmen gestärkt werden“, erklärte ASVÖ-Präsident Christian Purrer. „Wir fordern die Bundesregierung daher dazu auf, die pauschalierte Reiseaufwandsentschädigung anzuheben. Das wäre ein wesentlicher Impuls zur Unterstützung unserer ÜbungsleiterInnen und TrainerInnen.“

Auf eine Impf-Strategie wies auch Sportunion-Präsident Peter McDonald hin: „Wie bei den Lehrkräften braucht es einen klaren Zeitplan mit einem priorisierten Zugang zu Testungen und Impfungen. Rund 15.000 Sportvereine brauchen bundesweit mehr Planungssicherheit, damit Österreich wieder flächendeckende Sportangebote nutzen kann und ein starkes Comeback in allen Lebensbereichen erlebt.“

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ASKÖ-Präsident Hermann Krist betonte, dass es im Sport laut AGES keine problematischen Cluster im Breitensport gegeben habe. „Wurden Infektionen bekannt, wurden Training oder Wettkämpfe unterbrochen. Der Spitzensport zeigt uns das vorbildlich. Wir fordern aber auch, dass bei Veranstaltungen Schnelltests für Besucher zugelassen werden. Die Kosten sollen von der Regierung übernommen werden. So könnte man beim Wettkampfsport wieder Einnahmen lukrieren.“

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