BW Linz will Heimserie auch gegen Sturm Graz prolongieren

Ronivaldo und Co. wollen Sturm ein Bein stellen © APA/KRUGFOTO

Die Heimserie von Blau-Weiß Linz in der Fußball-Bundesliga steht am Sonntag gegen Vizemeister Sturm Graz auf dem Prüfstand. Der Aufsteiger hat die jüngsten fünf Heimpartien nicht verloren. Die Grazer wollen im Duell um die „Winterkrone“ mit dem punktgleichen Leader Salzburg voll punkten. Die Salzburger empfangen den WAC zur witterungsbedingt verschobenen Samstagspartie. Die Austria hat den LASK zu Gast. Das Ländle-Derby zwischen Altach und Lustenau wurde abgesagt.

In Linz sind die Rollen in der 16. Bundesliga-Runde klar verteilt, der Respekt der Hausherren vor dem Europa-League-Starter ist groß. „Sie haben sich auf höchstem Niveau stabilisiert. Sie haben einen absoluten Stamm gefunden, der schon länger in Graz spielt. Sie sind absoluter Titelfavorit“, verlautete BW-Coach Gerald Scheiblehner. Die Unterstützung von den Rängen im mit fast 6.000 Zuschauern ausverkauften Stadion könnte ein entscheidender Faktor sein. „Wir treten zu Hause auf, da wird eine andere Energie als zuletzt am Platz sein. Wir haben unsere Fans im Rücken“, meinte Scheiblehner, der keine Ausfälle zu beklagen hat.

Mit dem bitteren Heim-0:1 gegen Rakow Czestochowa gab es für den Gegner aus Graz am Donnerstag allerdings einen Dämpfer. Die Hoffnungen auf einen Aufstieg sind dadurch dahin, der Umstieg in die Conference League ist vor dem letzten Spiel noch nicht gesichert. „Es ist ein verlorenes Spiel und eine Enttäuschung, die wir alle in uns tragen. Wir müssen das Spiel aber so schnell wie möglich abhaken“, forderte Ilzer. Im Gegensatz zur europäischen Ausbeute könnte jene in der Liga kaum besser sein. Erstmals seit 2017/18 wurden zehn der ersten 15 Spiele gewonnen. Dabei war auch ein klares 4:1 gegen BW Linz in Graz dabei.

Vor dem Anpfiff um 14.30 Uhr wird es in Linz aber wohl viele helfende Hände brauchen. „Jeder ist eingeladen, uns beim Schneeräumen im Stadion zu helfen, damit das Match gegen Sturm Graz stattfinden kann. Wir freuen uns über Unterstützung! Bitte auch um Mitnahme eurer Schneeschaufel“, schrieb Blau-Weiß Linz am Samstag in den Sozialen Medien. Treffpunkt ist demnach um 7.00 Uhr vor dem Hofmann Personal Stadion.

Mit dem Schneeschaufeln fertig ist man um 14.30 Uhr hoffentlich auch in Salzburg. Die Partie der „Bullen“ gegen den WAC musste wegen der Neuschneemassen von Samstag auf Sonntag verschoben werden. Das Duell um die „Winterkrone“ gegen die punktegleichen Grazer macht seinem Namen also alle Ehre. Die Salzburger könnten allerdings ins Hintertreffen geraten, denn in dieser Saison konnten sie nur eines von vier Ligaspielen nach Champions-League-Auftritten gewinnen.

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Das soll sich freilich gegen den WAC ändern. Trainer Gerhard Struber betonte im Vorfeld des Duells mit seinem Ex-Club den eigenen Anspruch, die Tabellenführung zu behalten. „Für uns ist es massiv wichtig, mit der vollen Power und dem richtigen Fokus in den Bundesliga-Alltag zurückzukehren“, meinte Struber. Er will sein junges Team auch damit motivieren, an der Spitze bleiben zu wollen. „Es muss unser Anspruch sein, dass wir weiterhin alles hinter uns lassen in der Tabelle. Dazu müssen wir aber auch ans Investieren denken.“

Der WAC sei „ein sehr starker Verein, der im Moment gute Ergebnisse einfährt, der sich stabil zeigt“, so Struber über seinen Ex-Verein. Drei Ligaspiele in Folge hat der Tabellensechste zuletzt gewonnen. Struber hatte Wolfsberg 2019 nach nicht einmal einem halben Jahr in Richtung Barnsley verlassen. Er freue sich auf ein weiteres Aufeinandertreffen. Im ersten Saisonduell hatte sich Salzburg mit 2:1 durchgesetzt, wobei der Meister bis zur 60. Minute 0:1 zurück gelegen war.

Im Lager der „Wölfe“ fehlt einzig Thomas Sabitzer, der mit Verdacht auf eine Schambeinentzündung pausieren muss. Als aktuell Sechster der Tabelle hat der WAC derzeit alle Chancen, die Meistergruppe zu erreichen. Nach dem Spiel in Wals-Siezenheim wartet zum Jahresabschluss noch die Reise nach Hartberg. Die Oststeirer liegen als Vierter bei nur zwei Punkten Abstand in Reichweite. Auf den Siebenten Rapid hat der WAC seinerseits zwei Zähler Vorsprung.

Am Verteilerkreis in Favoriten hofft die Wiener Austria, den Schneemassen unter Mithilfe der Rasenheizung bis zum Anpfiff des Duells gegen den LASK um 17.00 Uhr Herr zu werden. Hartnäckiger dürften da die Gerüchte über einen Wechsel von Austria-Coach Michael Wimmer zu Kaiserslautern sein, auch wenn sowohl Wimmer als auch Sportdirektor Manuel Ortlechner im Vorfeld versicherten, keine entsprechenden Anfragen vorliegen zu haben.

Dass angesichts der weiterhin äußerst kritischen Finanzlage bei der Austria nicht nur das Stadion, sondern auch Spieler wie Trainer in den Verkaufsraum kommen könnten, ist nicht von der Hand zu weisen. „Natürlich schwingt das permanent mit“, meinte Ortlechner vor allem im Bezug auf Spielertransfers. Schließlich sei das auch ein Businessmodell.

Im Hier und Jetzt zählen aber für die Austria der LASK und das Erreichen der Meistergruppe. Auf den sechstplatzierten WAC fehlen nach der 0:1-Niederlage in Wolfsberg vier Zähler, umso wichtiger wäre ein Heimsieg gegen die Athletiker. Ortlechner hoffte jedenfalls, dass die Favoritner mit „einer leichten Wut im Bauch“ ins Spiel gegen die Linzer gehen.

Dass dem LASK die 0:4-Niederlage in Liverpool vom Donnerstag im Kopf und in den Knochen steckt, wollte Wimmer nicht unbedingt als Vorteil gelten lassen. „Es liegt an uns, wie wir das Spiel angehen. Wie wir es schaffen, den Gegner zu stressen. Wie wir selber bei eigenem Ballbesitz agieren.“ Offensiv gab es zuletzt einige Baustellen. „Es geht darum, ein bisschen mehr Gier bei den Spielern zu entwickeln, um noch ein bisschen mehr Torgeilheit zu haben“, so Wimmer, dessen Elf in 15 Runden nur 14 Treffer gelangen.

Für den LASK gilt es hingegen, nach der misslungenen Europa-League-Reise wieder den Erfolgsweg einzuschlagen und Rang drei hinter Salzburg und Sturm Graz sowie vor Hartberg abzusichern. „Wir müssen am Sonntag unseren Frust rauslassen und gegen die Austria drei Punkte holen“, gab Sascha Horvath die Devise vor. Coach Thomas Sageder erwartet ein ordentliches Stück Arbeit. „Die Austria hat sich in den letzten Wochen sehr stabil präsentiert. Es gilt, gute Lösungen im eigenen Ballbesitz zu finden, zugleich aber sehr wachsam zu sein und dem Gegner möglichst wenig Umschaltmöglichkeiten zu eröffnen.“

Witterungsbedingt abgesagt werden musste das für Sonntag angesetzte Ländle-Derby zwischen Altach und Austria Lustenau. Es muss so wie die Samstagspartien WSG Tirol – Rapid und Klagenfurt – Hartberg neu terminiert werden.

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