Die Rückkehr der Geister-Events

Fußball-Bundesliga, Tennis-Daviscup oder Biathlon-Weltcup sind betroffen

Sportveranstaltungen können vorerst wieder nur als „Geister-Events“ über die Bühne gehen.
Sportveranstaltungen können vorerst wieder nur als „Geister-Events“ über die Bühne gehen. © APA/Hochmuth

Österreich wurde der vierte komplette Lockdown seit Ausbruch der Corona-Pandemie verordnet. Die Auswirkungen sind auch für den Sport gravierend. Während Spitzensportveranstaltungen ab Montag zwar weiterhin stattfinden dürfen, aber nur noch ohne Zuschauer, kommt der Breitensport wieder vollständig zum Erliegen. Ein Überblick.

Die Fußball-Bundesliga läuft weiter. In der höchsten Spielklasse stehen heuer noch vier Runden auf dem Programm. Dieses Wochenende darf noch eingeschränkt (keine Stehplätze) vor Zuschauern gespielt werden, nächste Woche gibt es dann jedoch ausschließlich Geisterspiele.

Sollte außerhalb von Oberösterreich tatsächlich schon nach zehn Tagen wieder gelockert werden, könnten die Runden 17 (4./5. Dezember) und 18 (11./12. Dezember) eventuell wieder mit Fans ausgetragen werden. Daran glaubt Liga-Vorstand Christian Ebenbauer allerdings nicht. „Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr keine Zuschauer mehr in den Stadien begrüßen dürfen.“

In der 2. Liga stehen heuer nur noch zwei Runden — dieses und nächstes Wochenende — auf dem Programm, somit ist nur ein Spieltag voll betroffen.

Der Österreichische Ski-Verband ist vom Lockdown mit zwei Groß-Veranstaltungen betroffen. „Am Kerngeschäft ändert sich nichts, es kann alles stattfinden, aber ohne Zuschauer“, sagte ein Sprecher des ÖSV. Der Biathlon-Weltcup in Hochfilzen und der Snowboard-Cross-Weltcup im Montafon müssen als Geister-Events ausgetragen werden.

Ohne Publikum müssen auch die Spiele des Tennis-Davis-Cup-Finales — unter anderem mit Österreich — in der 7000 Zuschauer fassenden Innsbrucker Olympiahalle stattfinden. „Der Davis Cup lebt sehr stark von den Emotionen auf den Rängen. Diese ganz spezielle und einzigartige Atmosphäre fällt nun leider weg“, bedauerte Veranstalter Herwig Straka.

„Das tut uns für die Tennisfans, die sich seit Monaten auf dieses Highlight gefreut haben, sehr leid.“ Es stehe aber außer Frage, dass man alle Maßnahmen mittrage, die zur Eindämmung und Verbesserung der derzeit äußerst kritischen Corona-Lage beitrage, betonte Straka.

Die für 4. Dezember in Wien geplante „Bounce Fight Night“ der Boxer ist indes wegen der Corona-Lage abgesagt worden. Und der heimische Handball-Verband zog Mädchen-Nachwuchsteams von internationalen Qualifikationsturnieren ab.

Schnellstmögliche Öffnung der Sportvereine Hans Niessl, Präsident der Bundes-Sportorganisation Sport Austria, befürchtet indes, dass dem Breitensport weiterer Schaden zugefügt wird: „Schon durch die letzten Maßnahmen hat der organisierte Sport — und damit der Gesundheitsmotor des Landes — in dramatischem Ausmaß Mitglieder verloren. Dass nun wieder die Notbremse gezogen werden muss, wird uns bei der Rückgewinnung dieser Menschen zurückwerfen“, so Niessl in einer Aussendung. Zugleich verwies er darauf, dass „der Sport nicht zu den Treibern des Infektionsgeschehens gehört — zuletzt waren nur 0,3 Prozent auf ihn zurückzuführen“. Deshalb forderte er schon jetzt eine schnellstmögliche Öffnung der Sportvereine.

Das kosten die SV Ried zwei Geisterspiele

Fußball-Bundesligist SV Guntamatic Ried darf heute gegen Hartberg zwar unter Einschränkungen noch vor Publikum spielen, muss aber bis Jahresende zwei Geister-Heimspiele gegen Rapid und Altach bestreiten. Ein massiver Verlust, wie Rainer Wöllinger im Gespräch mit dem VOLKSBLATT bestätigt, zumal die josko Arena gegen Rapid wohl mit 7600 Zuschauern ausverkauft gewesen wäre. „Das bedeutet inklusive Gastro einen Einnahmen-Ausfall von rund 250.000 Euro“, rechnete der Geschäftsführer vor.

Das Match gegen Altach schlägt (bei einer realistischen Kalkulation mit 4000 Besuchern) mit weiteren rund 180.000 Euro zu Buche. „Wir hoffen, dass es wie beim letzten Lockdown wieder eine Kompensation gibt“, so Wöllinger.

Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer hatte diesbezüglich gute Nachrichten: „Uns wurde mitgeteilt, dass es diese Unterstützung geben wird. Ob der Sportligen-Fonds wieder in Kraft tritt oder die Unterstützung in einer anderen Form kommt, ist offen.“

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