FC Bayern in Bochum um Frust- und Krisenbewältigung

Fußball-Bundesliga:

Bei den Bayern-Stars sitzt der Frust tief. © AFP/Pizzoli

Beim deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München ist nach den Niederlagen in Leverkusen (0:3) und Rom (0:1) in der kommenden Bundesliga-Runde Krisenbewältigung angesagt.

Das Team von Trainer Thomas Tuchel gastiert am Sonntag (17.30 Uhr) in Bochum, ein Sieg ist Pflicht. Die Verantwortlichen verlangen eine Reaktion und üben sich in Stehsätzen. „Aufgeben gibt es bei uns nicht“, sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer. Tabellenführer Leverkusen reist derweil nach Heidenheim.

„Wollen den Bock umstoßen“

„Wir brauchen nun eine Initialzündung, um auf dem Platz den viel zitierten Bock umzustoßen. Daran arbeiten wir alle gemeinsam und ich bin überzeugt, dass wir das schaffen“, erklärte Hainer der Mediengruppe Münchner Merkur/tz. Der 69-Jährige hatte die Bayern-Profis nach den Pleiten in der Liga und in der Champions League in persönlichen Gesprächen in die Pflicht genommen. Tuchel ist nach drei Niederlagen in den sieben Frühjahrsspielen zwar angezählt, sein Job dürfte aber vorerst sicher sein.

Damit das so bleibt, braucht es drei Punkte beim Gastspiel bei Kevin Stögers VfL in Bochum. „Ein Sieg muss her. Es wäre ganz wichtig, dass wir am Sonntag auch ergebnistechnisch den Turnaround schaffen“, sagte Sportdirektor Christoph Freund.

„Wir müssen jetzt zu uns selbst finden. Wir müssen zurück zu mehr Energie und mehr Selbstvertrauen finden“, befand Stürmerstar Harry Kane, der zuletzt fast wie ein Fremdkörper im Angriffsspiel der Bayern gewirkt hatte. Für Freund ist der formschwache Kane kein Münchner Einzelfall: „Da kann man jetzt jeden einzelnen Spieler durchgehen, da ist der Harry keine Ausnahme.“

Leverkusen will in Heidenheim vorlegen

Bayer Leverkusen kann unterdessen am Samstag (15.30) in Heidenheim vorlegen und den Vorsprung vorübergehend auf ansehnliche acht Punkte anwachsen lassen. Der Aufsteiger, bei dem Nikola Dovedan derzeit nur Ergänzungsspieler ist, spielt als Liga-Neunter bisher eine starke Saison.

Zur Abstiegszone hat man sich ein 11-Punkte-Polster erarbeitet. „Das wird vielleicht unser schwerstes Auswärtsspiel in dieser Saison“, meinte Trainer Xabi Alonso. “Heidenheim hat die vielleicht besten Standards der Liga.“ Im Erfolgsfalle kann Leverkusen die Rekordmarke des FC Bayern von 32 Spielen ohne Niederlage einstellen. Dies hatte der Rekordmeister saisonübergreifend zwischen Dezember 2019 und September 2020 geschafft.

Duell der Europacup-Starter

Der Liga-Dritte VfB Stuttgart reist zu Darmstadt 98, während Dortmund mit Marcel Sabitzer zu Gast in Wolfsburg ist. Der BVB muss dabei und mehrere Wochen auf Angreifer Sebastien Haller verzichten.

Beim Ivorer ist eine Sprunggelenksverletzung wieder aufgebrochen, die er sich Mitte Dezember gegen Mainz zugezogen hatte, wie der Club nach einer genaueren Untersuchung verlautete. Haller hatte die Elfenbeinküste beim Afrika Cup im eigenen Land im Finale mit seinem Tor zum 2:1-Endstand zum Titel geschossen.

Leipzig empfängt im Samstag-Abendspiel Borussia Mönchengladbach. Und zwischen den Europacupteams SC Freiburg und Eintracht Frankfurt kommt es am Sonntag zum direkten Duell, Eintracht-Stürmer Sasa Kaladzic will nach seinem Premierentreffer für die Hessen unter der Woche nun in der Bundesliga nachlegen. Und beim FSV Mainz 05 feiert Bo Henriksen, der neue Trainer von Karim Onisiwo und Philipp Mwene, sein Debüt gegen den FC Augsburg.

Rückschlag für Köln im Abstiegskampf

Der 1. FC Köln kommt indes  im Abstiegsstrudel der deutschen Fußball-Bundesliga nicht vom Fleck. Die Kölner mussten sich am Freitag zum Auftakt der 22. Runde zu Hause Werder Bremen mit 0:1 (0:0) geschlagen geben und verharren auf dem Relegationsplatz.

Der erste fixe Nicht-Abstiegsplatz ist weiter fünf Punkte entfernt. Mainz und Darmstadt könnten am Samstag (15.30 Uhr) mit Heimsiegen bis auf einen Zähler an die Kölner heranrücken. Das Goldtor für Bremen erzielte Justin Njinmah (70.).

Schon vor der Pause gerieten die ÖFB-Teamspieler Florian Kainz und Romano Schmid heftig aneinander. Köln-Kapitän Kainz beschwerte sich über einen Foulpfiff nach einem Vergehen an seinem Landsmann, dem er lautstark vorwarf, zu einfach zu Boden gegangen zu sein. Die beiden Grazer, jeweils im Nachwuchs des SK Sturm groß geworden, begegneten sich Stirn-an-Stirn und lieferten sich ein leichtes Gerangel. Beide Akteure sahen die Gelbe Karte.

Kainz und Schmid wurden nach der Pause ebenso wie Kölns Dejan Ljubicic ausgewechselt. Bei den Siegern spielte Kapitän Marco Friedl im Abwehrzentrum durch und bewahrte sein Team in der 75. Minute mit einer Rettungstat auf der Linie vor dem Ausgleich. Werder stieß vorübergehend auf Tabellenplatz sieben vor. Mit dem dritten Auswärtssieg in Folge ohne Gegentor stellten die Bremer einen 42 Jahre alten Vereinsrekord, der noch unter Trainer-Legende Otto Rehhagel markiert worden war, ein.

Die Partie war wie so viele zuletzt im deutschen Profi-Fußball wegen Fan-Protesten gegen den geplanten Investoren-Einstieg bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) nach Seitenwechsel für einige Minuten unterbrochen. Nach 55 Minuten flogen Tennisbälle auf das Spielfeld, zudem fuhren zwei ferngesteuerte Autos über den Rasen. Fans hielten dazu ein Plakat mit der Aufschrift „Wir lassen uns nicht fernsteuern“ hoch. Der 1. FC Köln hatte in einem Schreiben an das DFL-Präsidium für eine weitere Abstimmung über den bereits beschlossenen Investor-Einstieg plädiert.

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