Feller und Odermatt greifen bei US-Rennen nach ersten Kugeln

Techniker starten zweite Übersee-Rennen der Saison in Palisades Tahoe

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Der Alpin-Weltcup der Männer versucht ein zweites Mal in diesem Winter sein Glück in den USA. Beim ersten Trip wurden Anfang Dezember mit zwei Abfahren und einem Super-G alle drei geplant gewesenen Rennen wetterbedingt abgesagt, nun sind die Techniker an der Reihe. Für dieses Wochenende sind in Palisades Tahoe je ein Riesentorlauf und Slalom angesetzt, für Ende nächster Woche zwei Riesentorläufe und ein Torlauf. Die Erinnerungen an das Vorjahr sind zwiespältig.

Ebenfalls Ende Februar holte Schwarz in Palisades Tahoe seinen ersten Riesentorlauf-Sieg, tags darauf im Slalom war Platz acht für Fabio Gstrein das Topresultat für Rot-weiß-rot. Schneemassen hatten die Durchführung des Rennens verzögert. „Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Schnee gesehen“, meinte Manuel Feller über das Rennen, in dem es für ihn nur zu Rang 13 reichte. 2023/24 freilich läuft es viel besser für ihn, außerhalb der Top fünf hat man ihn im Slalom-Weltcup noch nicht angetroffen: „Es wäre cool, wieder auf ein Podium zu fahren.“

Denn seit seinem Wengen-Sieg von Mitte Jänner hat der Tiroler im Slalom die Plätze vier (Kitzbühel), fünf (Schladming) und vier (Chamonix) stehen. Im Disziplin-Weltcup liegt Feller 164 Punkte vor dem Deutschen Linus Straßer, nach den beiden Torläufen in den USA warten in Kranjska Gora und in Saalbach noch zwei weitere. Feller könnte in Übersee den Kugelgewinn also schon fixieren. Seit den Riesentorläufen vor zwei Wochen in Bansko habe er einen Schnee-Tag mit Slalom-Training, mehrere Konditionseinheiten absolviert und sonst regeneriert, so der 31-Jährige.

Feller lässt Starts offen

Die Vernachlässigung des Riesentorlauf-Trainings hatte bei Feller zuletzt in Schladming und Bansko in den Rängen zwei und drei resultiert. „Wäre cool, wenn ich so weitermachen könnte. Das waren schon ein paar gute Sachen, die ich gezeigt habe.“ In Palisades Tahoe habe es einen extrem interessanten Riesentorlaufhang. Feller: „Eine ganz andere Charakteristik. Von den Übergängen her ist es sehr, sehr interessant.“ Ob er über die beiden Wochenenden aber alle drei Riesentorläufe bestreiten werde, stehe „noch ein bisschen in den Sternen. Es ist schon ein brutales Programm“.

Auch Dominik Raschner fährt da wie dort, sein Hauptaugenmerk liegt derzeit aber auf der schnelleren der beiden Disziplinen. Der Tiroler möchte über gute Ergebnisse seine Startposition verbessern. „Nach den zwei Slaloms wäre es das Ziel, dass ich mit der Startnummer in die Top 15 reinrutsche. Ich möchte meine stabile Fahrweise zeigen, einfach aktiv bleiben.“ Mit den Plätzen drei, fünf und sieben hat der 29-Jährige in dieser Saison drei Topergebnisse stehen. Anders im Riesentorlauf, in dem es noch zu keinem Weltcuppunkt gereicht hat. „Mein Fokus war auch auf dem Slalom.“

Riesentorläufer Stefan Brennsteiner hat zuletzt in Bansko seine im Februar/März fast obligate Steigerung gezeigt. Die in Palisades Tahoe 2023 mit Rang fünf gemachten Erfahrungen sollten ihm Zuversicht geben: „Das war ein richtig gutes Rennen.“ Ganz anders war das bei ÖSV-Kollegen Michael Matt im Slalom mit Rang 24. „Da war ausbaufähig. Aber der Hang geht voll zu attackieren, er hängt in alle Richtungen. Oben steil weg, unten flach raus. Ich möchte schon da anknüpfen, wo ich Anfang der Saison gestartet bin.“ Im November war Matt in Gurgl Dritter gewesen.

Eine gewisse Stabilität hat Johannes Strolz in seine Slalom-Leistungen gebracht. Nach seinem Gurgl-Ausfall kam der Vorarlberger auf die Ränge 16, 18, 15, 15, 17, 14. Nun darf es auch weiter nach vor gehen. „Es wäre jetzt dann langsam einmal gut, wenn ich ein Top-10-Ergebnis fahren würde.“ In Material und Technik habe er einen Schritt gemacht, so Strolz. Ein weiterer Fokus habe der Regeneration gegolten. „Ich denke, dass die Form stetig besser geworden ist in letzter Zeit, das möchte ich in Amerika natürlich umsetzen. Aber ich habe immer noch eine relativ hohe Startnummer.“

ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer erwartet sich vom Olympiasieger, aber auch von der “sogenannten zweiten Garde einen Schritt nach vorne. Dass wir ein paar in den 30 haben“. Die Riesentorlauf-Strecke sei interessanter mit viel Gelände, der Slalomhang „nicht wirklich allzu schwierig“. Man begrüße die Rennen, meinte der Coach. Allerdings erhofft sich Pfeifer, dass es mit den Skiräumen besser geworden ist. „Das war letztes Jahr bescheiden. Und auch die Übertragungen sollten besser werden.“ Von den Übertragungszeiten her sei es für die Europäer aber lässig.

Odermatt auf Rekordjagd

In Palisades Tahoe beginnen die Läufe ab 19 und 22 Uhr, in Aspen die Riesentorläufe um 18 und 21 Uhr, der Slalom um 17 und 20 Uhr MEZ (jeweils live ORF 1). Gut ins Bild wird sich wohl wieder Marco Odermatt setzen. Saisonübergreifend hält er bei neun Riesentorlaufsiegen, mit dem zehnten würde der Schweizer die neun im Slalom von Alberto Tomba (ITA) von Jänner 1994 bis Februar 1995 übertreffen. In Aspen könnte Odermatt zudem den Spezial-Weltcup holen. Seine bisher letzte „Riesen“-Niederlage kassierte er 2023 in Palisades Tahoe gegen Schwarz.

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