ÖHB-Männer erarbeiteten sich Auftaktsieg bei Heim-EM

Österreichs Handball-Männer haben bei der Heim-EM den heiß ersehnten Auftaktsieg eingefahren. Am Freitag setzte sich Rot-Weiß-Rot in der Wiener Stadthalle im ersten Spiel von Vorrundengruppe B gegen Tschechien mit 32:29 (13:14) durch und hat damit den Grundstein zum angepeilten Aufstieg gelegt. Es war allerdings ein hartes Stück Arbeit, ehe die Truppe von Trainer Ales Pajovic jubeln durfte.

Die nächste Aufgabe am Sonntag (18.15 Uhr/live ORF 1) lautet Ukraine. Die Osteuropäer gelten in Vorrundengruppe B als leichter Außenseiter. Mit einem weiteren Sieg wäre man dem Einzug unter die Top Zwölf zumindest schon sehr nahe. Letzter Gegner ist am Dienstag Mazedonien.

Die Partie vor fast ausverkaufter Halle begann durchaus gut für Österreich, das wie erwartet mit der Einsergarnitur um Kapitän Nikola Bilyk antrat, der quasi durchspielte. Tschechien, das von den ersten sechs Minuten vier in Unterzahl agierte, lag erstmals in der achten Minute mit zwei Toren (4:2) in Rückstand und erholte sich lange nicht von dieser Phase. Die rot-weiß-rote Abwehr agierte sicher, vorne spielte man die Treffer vor allem über die Rückraumreihe mit Bilyk, Gerald Zeiner und Janko Bozovic heraus. Tschechiens Torleute sahen vor der Pause nur einen Ball.

Die Tschechen, angetrieben durch eine lautstarke Fan-Abordnung, fingen sich jedoch, blieben in der Folge stets mit einem oder zwei Toren hinten und hatten den Gegner in Reichweite. Beim Stand von 7:5 verpasste es Österreich, das im Angriff nur sporadisch auf die Flügel und den Kreis setzte, nach einem der nun vermehrten technischen Fehler sich auf drei Treffer abzusetzen. Die Strafe folgte prompt: Tschechien glich in der 22. Minute erstmals seit dem 1:1 wieder aus (10:10) und ging kurz vor der Pause sogar mit +2 in Front, ehe Bozovic den Halbzeitstand von 13:14 fixierte.

Der Start nach Seitenwechsel gelang dann aber wunschgemäß. Mit vier Toren in Folge, drei davon von Bilyk, setzte sich Österreich auf 18:15 (36.) ab, auch weil Goalie Thomas Eichberger, der in seinem fünften A-Länderspiel noch vor der Pause für Thomas Bauer gekommen war, mit zwei Paraden glänzte – ein Kontrast zum ersten Durchgang. Einmal mehr konnte Pajovics Mannschaft den Schwung aber nicht mitnehmen, ließ sich der Gegner nicht abschütteln. Eine doppelte Eichberger-Glanztat beim Stand von 21:19 (41.) war in dieser Phase zu wenig, Tschechien kam wieder auf 22:22 heran (46.).

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Mit dem Publikum im Rücken drehte Österreich aber noch einmal auf. Zwei schöne Bilyk-Aktionen, zwei Eichberger-Paraden und einen Treffer von Flügelroutinier Robert Weber später stand es wieder 25:22 (49.). Tschechien blieb zwar hartnäckig, sollte sich davon aber nicht mehr erholen. Die ÖHB-Auswahl, die in der zweiten Hälfte insgesamt variabler agierte, hielt die Gegner auf Distanz. Mit dem 31:28 durch den zwölffachen Torschützen Bilyk (59.) war die Partie entschieden und der erste Anflug einer “Europhorie” Gewissheit.

Der slowenische ÖHB-Trainer Ales Pajovic sagte im ORF: “Das war ein richtig super Kampf. Wir haben Charakter gezeigt, und Teamgeist vor einer vollen Halle. In der Abwehr haben wir manchmal Probleme gehabt. 100 Prozent bin ich nicht zufrieden, aber zufrieden mit den zwei Punkten. Wir haben jetzt keine Euphorie, wir haben zwei Punkte und müssen in Ruhe weiterarbeiten.”

Nordmazedonien gewann das Parallelspiel der Österreich der Österreich-Gruppe. Die EM-Stammgäste setzten sich gegen die Ukraine am Freitag mit 26:25 (13:10) durch und liegen in Pool B punktgleich hinter den Österreichern. Im dritten und letzten Gruppenspiel am Dienstag sind Kiril Lazarov und Co. Gegner der Österreicher. Nordmazedonien schien die Partie mit dem Außenseiter lange im Griff zu haben, lag mit bis zu fünf Toren (16:11) in Front. Das Finish avancierte aber noch zum Krimi, erst ein Kracher des siebenfachen Torschützen Lazarov wenige Sekunden vor Schluss rettete den nordmazedonischen Erfolg.

Die Überraschung des Tages lieferte Portugal. Zum ersten Mal seit 2006 wieder bei einer kontinentalen Endrunde vertreten, zwang man den dreifachen Europameister Frankreich (2006, Wien 2010, 2014) in die Knie. Der EM-Dritte von 2018 unterlag schließlich in Pool D in Trondheim mit 25:28 (11:12). Die zweite Partie entschied vor Heimpublikum Mitveranstalter und -Favorit Norwegen gegen EM-Debütant Bosnien-Herzegowina mit 32:26 (17:12) für sich.

In Gruppe F blieben Überraschungen aus. In Göteborg gewann Slowenien gegen Polen mit 26:23 (13:11), im zweiten Spiel ließ Schweden der Schweiz keine Chance. Die Eidgenossen, so wie Portugal erstmals seit 2006 wieder dabei, waren schon zur Halbzeit mit 13:20 in Rückstand gelegen und verloren schließlich 21:34.

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