Koubek nach ÖTV-Aus: „Haben alles auf dem Platz gelassen“

Für Österreichs Davis-Cup-Team ist das Abenteuer Heim-Final-Turnier in Innsbruck wie erwartet nach den Gruppenspielen bereits Geschichte. Nach dem 0:3 gegen Serbien wurde der durchaus mögliche erste Sieg überhaupt über Deutschland am Sonntag nach einer 1:0-Führung nicht zur Realität. Damit blicken die Spieler am Sonntag gespannt auf die Auslosung für 2022, das ÖTV-Team spielt nun am 4./5. März in der Qualifikationsrunde wieder um die Teilnahme am Finalturnier.

Dieses wird bei seiner dritten Auflage übrigens wieder anders aussehen: Fix ist, dass von 18 auf 16 Teams reduziert wird. Die Finalisten ersparen sich ebenso wie zwei Teams dank Wildcard die Qualifikation, hinzu kommen zwölf Sieger der Qualifikationsrunden-Begegnungen. Dann wird das Finale statt in bisher sechs Dreier-Gruppen in vier Vierer-Gruppen gespielt. An welchen Schauplätzen ist bisher noch nicht bekannt, soll aber am Wochenende verlautbart werden.

Ob auch mit Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek, dessen Vertrag per 2021 ausläuft, ist noch offen. „Natürlich“ wolle er, wenn gewünscht, weitermachen. „Mir taugt das voll, es ist eine sehr schöne, ehrenvolle Aufgabe“, meinte Koubek, der in Innsbruck ohne den noch rekonvaleszenten Dominic Thiem hatte auskommen müssen.

Der Kärntner lobte die zur Verfügung stehende Mannschaft in einer Bilanz aber sehr. „Die haben alles auf dem Platz gelassen, sie haben zusammengearbeitet. Es war eine tolle Woche, leider fahren wir nach Hause, aber wir hatten eine gute Zeit und haben bis ans Ende gekämpft.“

Für einen Spieler war es definitiv der letzte Davis Cup, vielleicht sogar schon der letzte Auftritt überhaupt seiner Karriere: Oliver Marach sucht für das Ausklingen nach über zwei Jahrzehnten noch einen Partner für Australien. Zudem wird sich dieser Tage auch entscheiden, ob Thiem beim ATP Cup spielt, daran hängen ja auch die Pläne anderer ÖTV-Stars.

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„Natürlich hätte ich noch gerne einen Punkt geholt. Neben meinem Grand-Slam-Sieg (Australian Open 2018, Anm.) waren die schönsten Momente sicher im Davis Cup in meinem Leben“, meinte Marach. Besonders bei Länderkämpfen zu Hause, meint er. „Es ist traurig, dass wir hier nicht vor Leuten spielen konnten, da hätten wir vielleicht noch ein bisserl mehr rauskitzeln können. Das hat uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte der Vater zweier Töchter und fügte hinzu: „Ich bin trotzdem sehr dankbar, dass ich mit 41 noch immer Davis Cup hab spielen dürfen.“

Auch Oswald, der in Kürze zum zweiten Mal Vater wird, weiß noch nicht genau, wann exakt er in die neue Saison startet. Allerdings hat er mit dem Niederländer Matwe Middelkoop (ATP-30.) einen starken, neuen Partner für 2022 gefunden.

Ein Extralob fand Koubek auch für Jurij Rodionov, der mit seinem ersten Punkt für Österreich am Sonntag auch dafür gesorgt hatte, dass das ÖTV-Team nicht mit 0:6 untergeht. „Er hat ein tolles Match gespielt. Heute hat er gezeigt, was er kann.“

Rodionov selbst nimmt daraus Selbstvertrauen mit. „Es ist ein großer Meilenstein für mich“, meinte der Niederösterreicher, der aktuell in der Südstadt bei Günter Bresnik, hauptsächlich aber mit Gary Muller trainiert und auf der Tour von Richard Waite begleitet wird. Zum Vorbereitungscamp des Bresnik-Lagers auf Teneriffa, zu dem auch Dennis Novak dieser Tage stößt, wird Rodionov aber nicht reisen.

Rodionov ging auch auf die Frage ein, warum er sich nach Novak ebenfalls aus Traiskirchen und somit von Coach Wolfgang Thiem verabschiedet hat. „Ich habe, glaube ich, eineinhalb Jahre mit Wolfgang gearbeitet und nicht das Gefühl gehabt, dass mein Tennis in die richtige Richtung geht“, meinte Rodionov. „Wie in jedem Sport: der Erste, der dran glauben muss, ist der Trainer.“

Die Geschichten rund um Bresnik und Wolfgang Thiem interessieren ihn nicht. „Ich bin ein Tennisspieler und möchte Erfolg haben. Ob Günter Bresnik oder Wolfgang Thiem in der österreichischen Tennis-Szene die ‚Eier‘ hat, ist mir relativ egal.“

Rodionovs inständiger Wunsch für 2022 nach einem immer wieder von Wehwehchen unterbrochenen Jahr: „Dass ich das ganze Jahr fit bin und konstant meine Leistung bringen kann.“

Sein Jahr wird auf jeden Fall in Australien beginnen, der Rest hänge von seinem Ranking (aktuell 141.) ab. „An guten Tagen kann ich Top-50-Leute schlagen, an schlechten gegen Leute außerhalb der Top 300 verlieren. Das ist auch meine größte Schwäche, dass ich diese Konstanz noch nicht habe“, nannte der 22-Jährige einen Punkt, an dem er arbeiten will.

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