Lukas Weißhaidinger: „Ich bin schneller und stärker denn je!“

Österreichs Parade-Diskuswerfer hat intensive Trainingstage auf Teneriffa hinter sich

Lukas Weißhaidinger geht mit viel Schwung in die Diskuswurfsaison.
Lukas Weißhaidinger geht mit viel Schwung in die Diskuswurfsaison. © AFP/Kudryavtsev

16 Trainingseinheiten in zehn Tagen und mehr als 300 Diskuswürfe absolvierte Lukas Weißhaidinger auf Teneriffa.

Die Wochen zehn und elf der Olympia-Vorbereitung waren ganz speziell: Weißhaidinger schuftete beim Trainingslager in Puerto de la Cruz/Teneriffa ganz ordentlich. Fünf Wurftrainings (mit jeweils an die 70 Diskus-Würfen) und jede Menge Schnellkraft-Übungen (Sprints, Sprünge) standen in insgesamt 16 Trainingseinheiten auf dem Programm. Bei Temperaturen um die 25 Grad wurde nach den harten Trainingseinheiten in der Südstadt punkto Schnelligkeit ein paar Gänge hochgeschaltet.

Erste Bilanz

Der Innviertler zog im Interview eine Bilanz der bisherigen Saisonvorbereitung auf die Olympischen Spiele in Paris.

Gerade punkto Wurfttechnik hat sich doch wieder einiges verändert. Wie zufrieden bist du mit deinen ersten Freiluft-Wurfeinheiten im Olympiajahr?Weißhaidinger: „Wer nichts riskiert, wird sich auch nicht weiterentwickeln. Für mich geht’s darum, in Paris mit Olympiasieger & Weltmeister Daniel Stahl und Ex-Weltmeister Kristjan Ceh um die Medaillen kämpfen zu können. Trainer Gregor Högler und ich sind zum Schluss gekommen, dass wir da auch neue Technik-Wege beschreiten müssen. Ich setzte ab sofort auf einen stärkeren Hüftschwung und mehr Drehgeschwindigkeit mit den Beinen. Das sollte sich auch positiv auf die Abwurfgeschwindigkeit bzw. die Weite auswirken. Es sind nur ein paar Details, aber es fühlt sich doch relativ ungewohnt und neu an. Das heißt aber auch, dass mir aktuell noch Erfahrungswerte fehlen. Das ist sehr spannend, aber natürlich kriegt man da zwischendurch auch manchmal Angst. Ob es wirklich funktioniert, das werden wir erst in der Wettkampf-Saison sehen …!“

Noch genügend Zeit

Der Saisonbeginn erfolgt heuer schon Ende April, weil bereits im Juni die EM in Rom auf dem Programm steht. Ist es ein Nachteil, jetzt noch an der Technik zu feilen?
Weißhaidinger: „Von April bis zu den Olympischen Spielen in Paris, Anfang August, bleibt doch noch relativ viel Zeit. Da können wir noch an mehreren Schrauben drehen. Ich habe ein gutes Gefühl. Die Formkurve zeigt konstant nach oben. Also natürlich gehen wir an neue Grenzen, aber das ist im Leistungssport nicht weiter ungewöhnlich. Die Tage in Teneriffa liefen richtig gut. Ich bin schneller und wahrscheinlich auch stärker denn je, zumindest was meine Trainingsleistungen betrifft.“

Denkst du noch oft an den Gewinn der Olympia-Bronzemedaille in Tokio zurück?Weißhaidinger: „Nicht nur an Tokio, sondern auch an die WM-Bronzemedaille von Doha (2019) und die EM-Bronzene von Berlin (2018). Wer bei Großereignissen einmal am Podiuim stand, der wird süchtig danach. Ich tue alles, um eine weitere Medaille gewinnen zu können. Die Erinnerungen an Tokio treiben mich im Training voran, speziell, wenn’s hart wird.“

Auch Kristjan Ceh trainiert aktuell in Teneriffa. Welchen Eindruck macht er auf dich?
Weißhaidinger: „Er wählt einen etwas anderen Saisonaufbau als ich. Natürlich auch, weil er sich auf seine größere Arm-Spannweite verlassen kann. Er träumt vom Hallen-Weltrekord, will sich so für Olympia in Form bringen. Mein erster Saison-Höhepunkt soll die EM im Juni in Rom sein. Meine Trainingsinhalte sind aktuell noch nicht auf den Wettkampf ausgerichtet.“

Die Olympischen Sommerspiele 2024 finden von 26. Juli bis 11. August in Paris statt.

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