Messi nur auf der Bank – Fans in Hongkong wütend

Sie hofften, ihr Idol live spielen zu sehen, wurden aber enttäuscht: Fußball-Fans in Hongkong. © AFP/Parks

Frustrierte Fußballfans und die Regierung Hongkongs haben ihrem Ärger über die Abwesenheit von Superstar Lionel Messi beim Gastspiel zwischen dem US-Club Inter Miami und den Hong Kong Allstars mit Jakob Jantscher Luft gemacht.

Viele Fans hätten sich auf das Freundschaftsspiel am Sonntag gefreut, und viele Touristen seien dafür eigens nach Hongkong gekommen, teilte die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungsregion nach Abpfiff in der Nacht zum Montag (Ortszeit) mit.

„Die Regierung und alle Fußballfans sind äußerst enttäuscht, dass Messi in dem Freundschaftsspiel weder spielen noch den Fans auf Bitte persönlich eine Erklärung geben konnte“, hieß es weiter.

Hongkongs Sportminister Kevin  Yeung erklärte am Montag auf einer Pressekonferenz, Messi sei vertraglich dazu verpflichtet gewesen, mindestens 45 Minuten zu spielen, sofern keine Sicherheits- oder Gesundheitsbedenken bestünden.

„Wir haben sie sofort gebeten, nach anderen Lösungen zu suchen, beispielsweise, dass Messi auf dem Spielfeld erscheint, um mit den Fans zu sprechen und eine Trophäe entgegenzunehmen“, sagte Yeung. Das habe nicht geklappt.

Die Regierung hatte die Veranstaltung mit 16 Millionen Hongkong-Dollar (rund 1,9 Millionen Euro) unterstützt. Die Mittel werde sie nun möglicherweise kürzen. Yeung sagte, dass darüber zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde. Der Veranstalter erklärte seine „extreme Enttäuschung über die Nichtteilnahme von Lionel Messi und Luis Suárez“ und betonte, keine Informationen darüber gehabt zu haben.

Sogar aus Australien angereist

Messis Club Inter Miami gewann das Freundschaftsspiel in Hongkong vor rund 38.000 Zuschauern gegen das Team der früheren britischen Kronkolonie mit 4:1. Dem Argentinier macht laut Medienberichten eine Muskelverletzung zu schaffen.

Neben dem mehrfachen Weltfußballer ließ der argentinische Trainer Gerardo Martino auch den früher für den FC Barcelona stürmenden Uruguayer Luis Suárez (37) das gesamte Spiel über auf der Bank. Er habe die beiden damit schonen wollen, begründete der Coach die Entscheidung. Die enttäuschten Fans bat er um Verzeihung.

Manche Fans hatten nach eigenen Angaben umgerechnet mehrere Hundert Euro bezahlt, um Messi zu sehen, wie die Hongkonger Zeitung “South China Morning Post“ berichtete. Ein Anhänger sagte der Zeitung, er sei aus dem australischen Melbourne für das Spiel angereist. Im Stadion waren laut Medienberichten Buhrufe zu hören. Einige Zuschauer verlangten demnach ihr Geld zurück.

Der Verein aus der US-amerikanischen Major League Soccer bereitet sich mit einer Freundschaftsspiel-Tour durch verschiedene Länder auf die kommende Saison vor. Als Nächstes wird die Mannschaft in Japan erwartet.

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