Neues Stadion für Wiener Sport-Club bis 2026

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Jetzt aber doch: Der Wiener Sport-Club (WSC) erhält ein großteils neues Stadion. Bereits 2018 waren Pläne zu einer Revitalisierung der Anlage in Dornbach (Bezirk Hernals) präsentiert worden. Nun wurden sie überarbeitet und ausgeweitet. Die Haupt- und Friedhofstribüne werden neu gebaut, wobei letztere jetzt auch ein Dach erhält. Die Südtribüne wird saniert. Das Areal bleibt Heimstätte des Sport-Clubs, könnte aber auch für Spiele etwa des Frauen-Nationalteams genutzt werden.

Der 120 Jahre alte Komplex an der Alszeile gilt als der älteste noch bespielte Fußballplatz des Landes – und auch als einer der desolatesten. Nach der Vorstellung der ersten Renovierungspläne war lange Zeit wenig passiert. Abgerissen wurden lediglich die Stehplatztribüne an der Kainzgasse sowie das Dach der Haupttribüne. Bauliche Analysen hatten ergeben, dass der Sanierungsbedarf größer war als gedacht. Das betraf vor allem die Tribüne Nord. Da sich unmittelbar dahinter der Friedhof Dornbach erstreckt firmiert sie auch unter dem Namen Friedhofstribüne. Sie ist die legendäre Heimat der Sport-Club-Fans, die künftig bei Regen trocken bleiben – da der Bereich erstmals überdacht wird. Die Dächer der beide Neubauten sollen auch begrünt und mit Photovoltaik ausgestattet werden.

Baustart im Sommer

„Ich hab mir fix vorgenommen, ich steh heut zum letzten Mal hier“, verwies auch Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei der heutigen Präsentation auf den ersten Termin 2018. So wie es damals angedacht war, habe es nicht funktioniert, nun habe die Stadt entschieden, das Projekt selbst in die Hand zu nehmen, erläuterte er. Das bedeutet: Der Baustart erfolgt nach Abschluss der aktuellen Meisterschaft in der Regionalliga Ost im Juni 2024 mit der Absiedelung sowie dem Abbruch von Haupt- und Friedhofstribüne. Im Herbst 2026 soll dann der erste Anpfiff im neuen Stadion erfolgen. Zu Kostenschätzungen wollte sich Hacker nicht äußern. Er wolle dies nicht vor der Ausschreibung tun, betonte er. Es seien aber jedenfalls mehr Mittel nötig als für das ursprüngliche Projekt. Die Subvention damals hätte rund 6,3 Mio. Euro betragen. Mit der Abwicklung des Vorhabens wurde die Wiener Infrastruktur Projekt GmbH beauftragt. Die Gesamtkapazität nach dem Umbau wird rund 5.500 Menschen bei nationalen und mehr als 4.500 bei internationalen Spielen betragen. Ausgelegt ist die Arena künftig auf den Standard „UEFA Kategorie 2“. Ein Durchführung von Spielen des Fußballnationalteams der Frauen sowie der Nachwuchsnationalteams – also auch für Männer – wäre damit möglich, hieß es. Gespräche gibt es dazu bereits mit dem ÖFB sowie auch mit dem Bund über eine finanzielle Beteiligung.

Noch keine fixe Entscheidung gibt es über den Ausweichort für die kommenden beiden Jahre. Laut WSC-Sektionsleiter und Vizepräsident David Krapf-Günther könnte der derzeitige Trainingsplatz in Ottakring zum Zug kommen. Nach der Rückkehr nach Dornbach möchte man aber auch „sportlich Nachziehen“ und in der „höchstmöglichen Leistungsklasse“ spielen, fügte er hinzu. Der Hernalser Bezirksvorsteher Peter Jagsch (SPÖ) zeigte sich ebenfalls über das „tolle Projekt“ erfreut. Ausdrückliches Lob gab es auch für die Fans des Sport-Clubs. „Hier wird die Kultur des Miteinanders in den Vordergrund gestellt“, hob er hervor. Für Rassismus oder Homophobie gebe es keinen Platz.

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