Oliver Glasner ist neuer Coach von Crystal Palace

Oliver Glasner neuer Trainer von Crystal Palace © APA/AFP/DANIEL ROLAND

Nur wenige Stunden nach dem Rücktritt von Roy Hodgson als Trainer von Crystal Palace ist am Montagabend Oliver Glasner als dessen Nachfolger benannt worden. Damit ist Glasner zurück im Trainergeschäft und wird der zweite österreichische Coach in der Geschichte der englischen Fußball-Premier-League. Der 49-jährige Oberösterreicher soll den Londoner Club vor dem drohenden Abstieg bewahren. Er folgt auf den erkrankten, 76-jährigen Hodgson.

Glasner unterschrieb einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2025/26. Auf der Bank wird er erstmals am Samstag im Heimspiel gegen Burnley sitzen. Wen der Oberösterreicher als Co-Trainer bestellt, ist vorerst noch nicht bekannt. „Ich freue mich sehr, als Manager zu Crystal Palace F.C. zu wechseln. Ich freue mich darauf, mit der talentierten Mannschaft zusammenzuarbeiten, die Fans des Clubs zu treffen und die Atmosphäre im Selhurst Park zu erleben, von der ich so viel gehört habe. Es war mir eine Freude, Steve und Dougie zu treffen, und ich freue mich darauf, mit ihnen zusammenzuarbeiten, um unsere Ziele zu erreichen.“

Mit Steve meinte er den Vorstandsvorsitzenden und Co-Eigentümer Steve Parish, der sich ebenfalls auf der Website des Vereins äußerte. „Ich freue mich, Oliver im Club begrüßen zu dürfen. Er hat eine herausragende Bilanz und wir glauben, dass er der richtige Manager ist, um den Club in dieser entscheidenden Phase voranzubringen“, sagte Parish. Man glaube an den Ehrgeiz Glasners sowie an dessen „aufregende und offensive Herangehensweise“. Diese sei perfekt, um für den Rest der Saison und darüber hinaus das Beste aus dem talentierten, jungen Kader herauszuholen, so Parish weiter.

Vor Glasner war der Steirer Ralph Hasenhüttl von Dezember 2018 bis November 2022 bei Southampton der bis dato einzige ÖFB-Cheftrainer in der finanzkräftigsten Liga der Welt. Nun folgt Glasner, der nach acht Monaten Pause seit seinem Abschied von Eintracht Frankfurt auf die Trainerbank zurückkehrt.

Im Süden von London soll er den Absturz beenden und mit den 2013 aufgestiegenen „Eagles“ den Klassenerhalt schaffen. Noch vor der Partie von Crystal Palace am Montagabend-Partie bei Everton lag der Klub aus dem Süden London nur auf dem 16. Tabellenrang. Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt fünf Zähler. Crystal Palace hatte zuvor zehn der vergangenen 16 Ligaspiele verloren, womit Hodgson immer mehr in Kritik geraten war.

Glasner, als Spieler eine Legende bei der SV Ried, war 2012 als Co bei Red Bull Salzburg ins Trainergeschäft eingestiegen und nach erfolgreichen Engagements in Ried und beim LASK im Juli 2019 in die deutsche Bundesliga zum VfL Wolfsburg gewechselt. Nach Rang vier in der Bundesliga und der Qualifikation für die Champions League zog es Glasner im Sommer 2021 weiter zu Eintracht Frankfurt, wo er zum Publikumsliebling wurde.

Unter dem Oberösterreicher zog die Eintracht nach Erfolgen über Barcelona, Sevilla und West Ham ins Finale der Europa League ein, das sie im Mai 2022 gegen die Glasgow Rangers nach einem 1:1 nach 120 Minuten im Elfmeterschießen gewann. Beim folgenden Debüt in der Champions League gelang der Aufstieg ins Achtelfinale, nach dem nationalen Cupfinale im Mai 2023 verabschiedete sich Glasner aber aus Frankfurt.

Die zunächst für Dienstag kolportierte Verlautbarung des Neo-Trainers wurde nun doch noch am gleichen Tag vollzogen. Nur kurz zuvor hatte Hodgson das Handtuch geworden. Der 76-jährige war zuletzt wegen einer Erkrankung zu Untersuchungen im Krankenhaus. „Ich verstehe, dass es angesichts der jüngsten Umstände zum jetzigen Zeitpunkt für den Verein ratsam sein könnte, vorausschauend zu planen, und deshalb habe ich die Entscheidung getroffen, zurückzutreten“, sagte Hodgson.

Unter Hodgson verlor Crystal Palace zehn der vergangenen 16 Ligaspiele. Im September hatte der Club noch einen Erfolg gegen Manchester United im Old Trafford bejubelt, nun wurde auch vonseiten der Fans die Kritik an Hodgson lauter. Noch am Montagabend traf der Club aus dem Süden Londons in Liverpool im Nachzüglerduell auf Everton – vor den Augen des auf der Tribüne sitzenden Glasner. Als Interimscoaches fungierten noch die bisherigen Co-Trainer Paddy McCarthy und Ray Lewington. Glasner wurde Zeuge eines 1:1-Remis. Jordan Ayew (66.) hatte Crystal in Führung gebracht, Amadou Onana sorgte für den verdienten Ausgleich (84.) für die Hausherren.

Laut Sky-Informationen soll Glasner übrigens Ex-SKN-Coach Emanuel Pogatetz als Co-Trainer mit nach England nehmen. Pogatetz hat einst selbst 116 Matches in der Premier League für den FC Middlesbrough und West Ham United bestritten. Der 41-jährige Steirer war erst Anfang Jänner als Coach von Fußball-Regionalligist Young Violets präsentiert worden.

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