Rapid-Coach Feldhofer vor Debüt im Wiener Derby optimistisch

Achter gegen Siebenter: Gastgeber Rapid und die Austria haben vor dem 334. Wiener Fußball-Derby am Sonntag (17.00 Uhr) schon viel bessere Zeiten gesehen und müssen sechs Runden vor der Ligateilung um die Teilnahme am Meister-Play-off bangen. Besonders im Fokus steht Ferdinand Feldhofer, der sich vor seinem Debüt als Rapid-Coach jedoch optimistisch zeigte. Auch in Oberösterreich ist Derby-Tag: Nachzügler LASK empfängt Ried. Der WAC muss nach Altach (jeweils 14.30 Uhr).

Für Feldhofer zeigte sich vor seinem Rapid-Debüt ausgerechnet im Prestigeduell mit dem Erzrivalen voll des Lobes für seine Spieler. „Die Qualität ist noch größer, als ich zuerst gedacht habe, ich kann niemand nennen, der mich irgendwie enttäuscht hätte“, sagte Feldhofer. Aus taktischer Sicht wird sich Rapid wohl so wie zuletzt präsentieren, auch da die Zeit für Veränderungen viel zu kurz war.

Feldhofers Trainervorgänger Dietmar Kühbauer sowie Interimstrainer Steffen Hofmann hätten „gute Vorarbeiten“ geleistet. „Ich werde sicher nicht zu viel verändern, das wäre fatal. Wichtig ist, dass unsere Automatismen greifen, das wird spielentscheidend sein“, betonte der Steirer. Neue Ausfälle gibt es nach dem 2:2 in Ried nicht, fraglich ist weiter, ob Kapitän Maximilian Hofmann nach seiner Corona-Erkrankung zur Verfügung stehen wird. „Hofmann wird knapp“, sagte Feldhofer.

Rapid läuft im neuen Allianz Stadion immer noch dem Derby-Premierenerfolg hinterher. Bei den jüngsten sieben Heimantritten gab es drei Niederlagen und vier Unentschieden. „Weil es Zeit wird, ganz einfach“, antwortete Feldhofer auf die Frage, warum denn Rapid am Sonntag als Sieger vom Platz gehen wird. Das würde auch für ordentlich positive Stimmung sorgen und auch wichtigen Auftrieb vor dem „Finalspiel“ in der Europa League in Genk am Donnerstag sorgen.

Der Trainerwechsel bei Rapid stellt Austria-Trainer Manfred Schmid vor ein gewisses Dilemma. In punkto System und Taktik sind die Hütteldorfer schwieriger einzuschätzen. Dennoch werde die Mannschaft gut auf den Gegner eingestellt sein, versprach der 50-Jährige. „Wir werden es so anlegen, dass wir uns gut vorbereiten, ihre Spieler kennt man ja. Und grundsätzlich orientieren wir uns an unseren Möglichkeiten“, kündigte Schmid an.

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Mit dieser Einstellung ist die Austria zuletzt gut gefahren, schließlich gab es in der Vorwoche ein 2:1 über Sturm Graz. „Dieser Sieg hat uns Zuversicht gegeben, die Stimmung ist top.“ Selbst bei einer Niederlage wäre nicht alles schlecht. „Unser Ziel ist es, zu punkten. Aber auch wenn das nicht gelingen sollte, haben wir bisher eine richtig starke Saison gespielt“, erklärte Schmid, der noch um den Einsatz des an einer Hüftprellung laborierenden Kapitäns Markus Suttner bangt. „Er ist eine Säule in unserem Spiel, doch wir haben mehrere Optionen auf dieser Position.“

Zusätzlichen Optimismus verspürt Schmid durch die Entscheidung des Clubs vom Montag, künftig auf eine weitgehend österreichische Investorengruppe zu setzen, zu der unter anderem Jürgen Werner gehört. „Das ist natürlich eine gute Nachricht, jemanden wie ihn ins Boot zu holen“, sagte Schmid.

Das 62. Oberösterreich-Derby steht unter umgekehrten Vorzeichen. Gastgeber LASK, in den vergangenen Jahren stets die Nummer eins im Bundesland, geht aktuell nur als zweite Kraft und als Tabellenvorletzter ins Duell mit den „Wikingern“. Wollen die Linzer noch in die Meistergruppe, braucht es nun den „Turbo“. „Es ist noch alles möglich, aber es ist klar, dass wir besonders die nächsten beiden Spiele (Ried und Austria Wien, Anm.) gewinnen müssen“, stellte Verteidiger Jan Boller nüchtern fest.

Ried aber kommt gestärkt von einem 2:2-Remis gegen Rapid und vier Partien ohne Niederlage nach Pasching. Trainer Christian Heinle warnte aber im Vorfeld vor den Stärken des Gegners: „Der LASK ist eine richtig gute Mannschaft, die derzeit extrem unter ihrem Wert geschlagen wird. Sie haben viele Torchancen nicht genutzt und sind dafür bestraft worden“, betonte der 36-Jährige. „Wenn ihnen der Knopf aufgeht, können sie eine Serie hinlegen. Ich hoffe, dass das jetzt nicht gegen uns passiert“, sagte Heinle dessen Team das „Heil in der Offensive suchen“ soll.

Die Ausgangsposition vor dem Duell in der Lavanttal-Arena zwischen dem WAC und dem SCR Altach ist nach der Papierform klar. Auf der einen Seite steht der Tabellendritte, der sieben seiner jüngsten acht Pflichtspiele gewonnen hat, auf der anderen Seite das Schlusslicht, das zuletzt vier Niederlagen in Folge ohne ein einziges erzieltes Tor kassiert hat. Trotzdem warnte WAC-Coach Robin Dutt davor, die Partie als klare Angelegenheit für seine Mannschaft zu sehen. „Als Favorit zu gelten, wird uns nicht helfen, das macht sich auf dem Platz seltenst bemerkbar. Da sind alle Spiele eng“, betonte der Deutsche. Die Altacher seien zudem bisher unter Wert geschlagen worden. Dutt sieht gutes Umschaltspiel und Variabilität bei den Vorarlbergern.

Dennoch hält sich sich im Ländle das Selbstvertrauen in Anbetracht der aktuellen Negativserie in engen Grenzen. Immerhin ortete Trainer Damir Canadi zuletzt beim Heim-0:1 im Nachtragsspiel am Mittwoch gegen Sturm Graz eine Steigerung. „Der WAC hat sich zu einem Top-Team entwickelt. Es wird eine schwierige Aufgabe, jedoch stimmt mich die Leistung gegen Sturm positiv.“ Sein Ziel für Sonntag ist klar: „Wir möchten den letzten Platz so schnell wie möglich verlassen.“ Dieses Szenario würde etwa bei einem Altach-Sieg eintreten, sofern die Admira bei Sturm Graz verliert oder der LASK gegen Ried nicht gewinnt.

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