Rapid hofft auf Ende der Misserfolgsserie gegen Salzburg

Rapid gegen Salzburg als Bundesliga-Schlager vor der Winterpause © APA/KRUGFOTO

Die Frage nach der Rollenverteilung vor dem Fußball-Bundesliga-Schlager am Samstag (14.30 Uhr) zwischen Rapid und Red Bull Salzburg erübrigt sich. Die sechstplatzierten Wiener haben von den jüngsten 20 Bewerbspartien gegen den Spitzenreiter keine einzige gewonnen. Aber Rapid hofft zum Abschluss der Herbstsaison auf ein Ende der Misserfolgsserie. Danach steigt in Klagenfurt das Austria-Duell gegen die Veilchen aus Wien. Austria Lustenau empfängt den LASK (jeweils 17.00 Uhr).

„Statistiken sind da, um gebrochen zu werden“, betonte Rapids Geschäftsführer Sport Markus Katzer vor dem Topspiel der 17. Runde. Ähnlich gelassen bewertete auch Trainer Robert Klauß die miserable Bilanz von Grün-Weiß gegen den Serienchampion. „Ich bin kein Freund davon, extrem weit zurückzuschauen und daraus Schlüsse zu ziehen. Wichtig ist immer die aktuelle Verfassung, und wir sind in guter Verfassung.“

Der Optimismus der Grün-Weißen ist nach dem 1:0-Sieg gegen Blau-Weiß Linz und dem 2:1-Erfolg bei WSG Tirol seit dem Amtsantritt von Klauß gewachsen. Der Deutsche berichtete von äußerst positiven Eindrücken in den jüngsten Trainingseinheiten. „Mit Salzburg kommt der wahrscheinlich schwerstmögliche Gegner, was das Spiel in Ballbesitz betrifft. Trotzdem glaube ich, dass wir die eine oder andere gute Lösung präsentieren können“, sagte Klauß, der selbst lang bei der Red-Bull-Dependance in Leipzig gearbeitet hat. Aber: „Die Querverbindungen zu Salzburg sind nicht so groß, wie es vielleicht scheint.“

Bei Salzburg sieht Klauß aufgrund von Ausfällen und Doppelbelastung gewisse Abstimmungsprobleme in der Viererkette. „Die Frage ist, ob wir das ausnützen können.“ Trotzdem seien die Mozartstädter die „individuell beste Mannschaft der Liga und zurecht Erster“. Der frühere Nürnberg-Coach kann beinahe auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. Ein Problem gibt es lediglich in der Innenverteidigung, weshalb wohl der zuletzt aufs Abstellgleis verfrachtete Michael Sollbauer zum Zug kommen wird.

Bei den Salzburgern stehen die Verletzten Maurits Kjaergaard (Schulter), Oumar Solet (Oberschenkel) und Aleksa Terzic (Adduktoren) definitiv nicht zur Verfügung. Der Einsatz von Strahinja Pavlovic (Oberschenkelprobleme) ist noch offen. Bryan Okoh und Fernando stehen wieder im Mannschaftstraining.

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Salzburg-Coach Gerhard Struber rechnet mit einer „besonderen Aufgabe, da erwartet uns auf verschiedenen Ebenen viel Widerstand. Für unsere junge Mannschaft sind solche Begegnungen ein wichtiger und spannender Teil in einem Lernprozess, den wir erfolgreich gestalten und bei dem wir unsere Auswärtsserie (Anm.: 23 Auswärtsmatches ohne Niederlage) fortsetzen wollen.“ Man wolle als Tabellenführer überwintern, ergänzte der Salzburger, dessen Team zwei Punkte vor Sturm Graz liegt und am Dienstag in der Champions League daheim gegen Benfica Lissabon ums Überwintern im Europacup kämpft.

Der Wiener Austria hilft zum Jahresabschluss am Wörthersee nur ein Sieg weiter. Im Fünfkampf um drei Plätze in der oberen Tabellenhälfte haben die „Veilchen“ als Achter der Tabelle derzeit die schlechtesten Karten. Ein Erfolg bei der Austria aus Klagenfurt würde die Chancen der Favoritner aber deutlich verbessern.

Austria-Trainer Michael Wimmer wollte den Druck nicht zu groß aufbauen. „Ich sehe es nicht als Endspiel um die Meistergruppe, weil danach noch fünf Spiele bis zur Teilung anstehen“. Der Coach der Violetten würde von seinem Team gerne mehr Tore sehen. Nur 14 waren es bisher in 16 Bundesliga-Runden. „Vorne gilt es, wenn wir uns die Chancen kreieren, einfach kaltschnäuziger zu sein und die Tore zu machen“, sagte Wimmer, der vermutlich auf Spielgestalter Dominik Fitz verzichten muss. Fitz zog sich im Training eine Rippenprellung zu.

Immerhin hat die Wiener Austria in Klagenfurt in vier Bundesligaspielen bei drei Remis und einem Sieg noch nie verloren. Diese Serie wollen die Heimischen naturgemäß beenden. „Es ist unser Ziel, drei Punkte anzuschreiben – ob es dafür reicht, werden wir nach dem Abpfiff wissen. Klar ist, dass wir alles in die Waagschale hauen, um das Spiel erfolgreich zu bestreiten“, betonte Trainer Peter Pacult, der noch einmal mit einem stark ersatzgeschwächten Kader antreten muss. Neben den bereits verletzten Akteuren sind Aaron Sky Schwarz und Jannik Robatsch wegen Erkältungen fraglich.

Beim schwer angeschlagenen Tabellenschlusslicht Austria Lustenau ist für den LASK alles angerichtet für einen gelungenen Herbstabschluss. Mit dem neunten Saisonsieg soll der Rückstand auf die Spitze zumindest konstant bleiben, der dritte Platz unter dem Christbaum liegen. „Wir werden alles daransetzen, die Herbstsaison mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen“, sagte Coach Thomas Sageder, der mit Sascha Horvath und Kapitän Robert Zulj zwei wichtige Kräfte nach Erkrankungen fit zurück hat.

Gespielt wird auf ungewohntem Terrain in Bregenz, weil die Lustenauer Heimstätte bis Saisonende umgebaut wird. Angesichts der bisherigen Heimvorstellungen 2023/24 scheint das kein Nachteil zu sein für die Vorarlberger. Die bisherigen drei Punkte wurden allesamt in der Fremde erspielt, zuhause kassierte man acht Niederlagen in ebenso vielen Partien. Auf den neuen Coach, der Interimstrainer und Sportkoordinator Alexander Schneider ablöst, wartet viel Arbeit. Zumindest diesbezüglich soll es bald Neuigkeiten geben. Bis Weihnachten will man die Personalie geklärt haben, verlautete Schneider in der Kronen Zeitung.

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