Riiber gewinnt Seefeld-Triple – Rettenegger Dritter

Rettenegger (re) in Seefeld Dritter © APA/GEORG HOCHMUTH

Die ÖSV-Kombinierer haben sich am Sonntag in Seefeld einmal mehr der norwegischen Übermacht angeführt von Jarl Magnus Riiber beugen müssen. Stefan Rettenegger sorgte als Dritter aber für einen versöhnlichen Triple-Abschluss. Vorjahressieger Johannes Lamparter landete vor 3.500 Fans auf Platz vier. Der auf der völlig aufgeweichten Loipe zu Sturz gekommene Tiroler kritisierte die grenzwertigen Bedingungen bei frühlingshaftem Warmwetter wie viele andere mit deutlichen Worten.

Auch der mit seinem siebenten Weltcup-Erfolg in Serie zum dritten Mal nach 2020 und 2021 zum Gesamtsieg des Wettkampf-Dreierpacks gelaufene Riiber übte Kritik. „Ich glaube, es waren wahrscheinlich die schlechtesten Bedingungen, die ich je im Langlauf hatte. Daher bin ich umso glücklicher, an der Spitze zu stehen“, meinte der Norweger nach seinem bereits elften Saisonerfolg. Mit doppelten Punkten baute er seine Führung in der Gesamtwertung noch deutlicher aus.

Das Springen war wegen Starkwindes ausgefallen, weshalb der PCR-Durchgang vom Donnerstag in die Wertung kam. In diesem hatten die Österreicher sehr gut abgeschnitten. Der inklusive Bonuspunkte für seinen Siege am Freitag und Samstag 18 Sekunden große Vorsprung sollte für Riiber letztlich aber locker zum Sieg reichen. Der Doppelweltmeister gewann nach 12,5 km ungefährdet wie an den beiden Vortagen vor seinem Landsmann Jörgen Graabak. Dieser war vom siebenten Platz nach vorne gestürmt und hängte zunächst Lamparter und in der Schlussphase auch noch Rettenegger ab.

Letzterer zog nach hartem Kampf bei widrigen Bedingungen ein positives Resümee. „Es war unglaublich hart, die Loipe war so extrem tief, das habe ich glaub ich noch nie erlebt. Aber die Qual hat sich ausgezahlt, ich stehe am Podium, das ist schon sehr, sehr cool“, sagte der Salzburger. Sein erster Podestplatz in Seefeld sei ein schöner Abschluss eines nicht ganz einfachen Wochenendes, ergänzte der seit Samstag 22-jährige Pongauer.

Der gleichaltrige Lamparter trauerte dem verpassten Podestplatz nicht zuletzt wegen seiner zweiwöchigen Krankheitspause im Vorfeld nicht besonders nach. „Mehr war heute nicht drinnen, ich habe mich nicht so gefühlt, dass ich da voll drübergehen und mitbeißen kann. Ich merke einfach, dass ich noch nicht so in Form bin“, sagte der Tiroler. Er verlasse Seefeld trotzdem mit einem guten Gefühl. „Ich habe das Ganze genossen, es waren echt viele Leute da und wir hatten Traumwetter.“

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Die Verhältnisse kritisierte freilich auch er: „Ich verstehe es überhaupt nicht, warum man kein Salz hineingibt am Vorabend. Es ist nicht ganz weltcup-würdig, man hat andere Möglichkeiten, dass man die Piste perfekt präpariert, das war heute nicht der Fall.“ Sein Sturz in einer der durch den weichen Schnee sehr kniffligen Abfahrten habe aber keinen entscheidenden Einfluss auf das Rennausgang gehabt, so Lamparter.

ÖSV-Trainer Christoph Bieler stimmte in den allgemeinen Tenor ein. „Weltcupwürdig ist es schon, aber es schaut eben patschert aus bei dem einen oder anderen Athleten. Schade, dass man es nicht schafft, es vielleicht für uns als stärkste Springernation und nicht so gute Läufer etwas zu verbessern. Das wäre uns zugutegekommen“, sagte Bieler. Das sei aber keine Kritik am Veranstalter oder am ÖSV. „Die Entscheidung trifft die Jury. Es hat aber ein bisschen ein blödes Bild, dass wir da nicht mehr Einfluss haben.“

Der von Rettenegger zum Abschluss geschaffte zweite dritte Platz nach jenem von Lamparter am Freitag stimmte ihn milde: „Grundsätzlich sind wir schon sehr zufrieden mit zwei dritten Plätzen. Mit der Erkrankung von Jo war mehr nicht realistisch. Aber Stefan ist würdiger Mann am Podium, er hat es sich verdient neben den beiden Spitzenathleten zu stehen“, so Bieler.

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