Ski-WM statt Büro-Schreibtisch

„Genauer Blick bei Exoten“: Alexandra Zemsauer über ihren WM-Einsatz

Die Oberösterreicherin Alexandra Zemsauer traf Abfahrts-Weltmeister Marco Odermatt ganz in zivil.
Die Oberösterreicherin Alexandra Zemsauer traf Abfahrts-Weltmeister Marco Odermatt ganz in zivil. © Privat

„Der ist ein ganz Lieber“ — am Tag nach seinem Husarenritt zu WM-Abfahrtsgold traf Alexandra Zemsauer den Schweizer Skistar Marco Odermatt „inkognito“ — also nicht in offizieller Teamkleidung — in einem Restaurant in Courchevel.

Es war eines jener Highlights, die der 49-jährigen Oberösterreicherin ewig in Erinnerung bleiben werden von ihrem WM-Trip. Für zwei Wochen tauschte sie den Schreibtisch beim Sportland OÖ (Leitung Finanzwesen) gegen einen Platz in der siebenköpfigen Jury für die Damenrennen des Internationalen Skiverbands.

„Mowinckel die Liebste“

Zielrichterin bei der Kombination, Startrichterin bei den Speedbewerben und Videokontrolle bei den technischen Bewerben — das waren die Aufgaben der Welserin, die seit 2011 Technische Delegierte ist. Strittige Szenen habe es keine gegeben, nur bei den Exoten müsse man ein wenig genauer hinschauen.

„Es ist nicht so sicher, ob sie die Regeln kennen“, schmunzelte sie und gab einen Einblick ins Starthaus: „Die Ragnhild Mowinckel ist die Liebste von allen. Die begrüßt am Start alle, fragt, wie es uns geht.“

Auch Mikaela Shiffrin sei zu bewundern. „Egal was passiert, die steht immer am längsten bei den Interviews, ein sehr professionelles Verhalten.“ Und was kann man über die französischen Fans sagen? „Die Franzosen sind ein skibegeistertes Volk, aber für sich selber. Ob da jetzt eine WM ist oder nicht, interessiert sie eher weniger.“

Vergütet wird der Einsatz, für den sich Zemsauer Urlaub nehmen musste, von der FIS mit 125 Schweizer Franken pro Tag (126,7 Euro) plus Hotel, offizielle Kleidung und Verpflegung.

Von Tobias Hörtenhuber

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