Tuchel nach Saisonende nicht mehr Trainer des FC Bayern

Tuchel nach Saisonende nicht mehr Bayern-Trainer © APA/dpa/Thomas Frey

Ursprünglich wäre der Vertrag von Thomas Tuchel beim FC Bayern München bis Juni 2025 gelaufen, nun zogen die Bayern-Bosse die Reißleine.

Nach etlichen blamablen Bayern-Auftritten in Bundesliga und Europapokal mit drei Pleiten in Folge, dazu das frühe Ausscheiden im DFB-Pokal gegen Drittligist Saarbrücken in Runde zwei im November, war die einvernehmliche Trennung wohl die beste Lösung.

Kein Rosenkrieg

Beide Seiten wahrten dabei ihr Gesicht, die sofortige Ablöse Tuchels war offenbar vor allem daran gescheitert, dass kein geeigneter Trainerkandidat zur Verfügung stand.

Die zunehmende Ratlosigkeit des Startrainers ob der Auftritte seiner Schützlinge sowie ständige Scharmützel mit den Profis, wie Kimmich oder Müller, machte eine Reaktion der FCB-Führungsetage unausbleiblich.

Nach dem peinlichen 2:3 bei Abstiegskandidat Bochum hatte Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen dem Trainer noch den Rücken gestärkt. Auf die Journalistenfrage, ob Thomas Tuchel in der kommenden Woche noch Trainer sei, antwortete er: „Selbstverständlich.“ Allerdings stellt er auch klar: „Ich halte nichts von monströsen Trainer-Bekundungsaussagen. Deswegen sage ich es auf meine Art und Weise. Das ist kein Thema, mit dem wir uns aktuell beschäftigen.“

Tuchel war ab August 2009 Cheftrainer des FSV Mainz, danach zwei Jahre lang Cheftrainer von Borussia Dortmund und gewann den DFB-Pokal 2017. Von Juli 2018 bis Ende Dezember 2020 war er Cheftrainer bei Paris Saint-Germain und gewann zweimal die französische Meisterschaft, den französischen Pokal und den französischen Ligapokal.

Von Januar 2021 bis Anfang September 2022 trainierte er den FC Chelsea. Der Gewinn der Champions League 2020/21 markierte den größten Erfolg seiner Karriere, und 2021 wurde er zum FIFA-Welttrainer des Jahres gewählt.

Seit Ende März 2023 trainiert Tuchel Bayern München, mit dem er am Saisonende 2022/23 überraschend am letzten Spieltag noch die deutsche Meisterschaft gewann.

Brisante Entscheidung

Dass die einvernehmliche Trennung mit Saisonende ausgerechnet diese Woche publik wurde, beweist, wie sehr in München der Hut brennt.

Im Spitzenspiel der 23. Bundesliga-Runde am Samstag (18.30) in der Allianz-Arena gegen RB Leipzig ist somit klar, dass die Bayern-Kicker eine Reaktion zeigen müssen. Eine weitere Niederlage wäre beinahe schon das vorzeitige Aus im Meisterrennen. Derzeit liegt Bayer Leverkusen acht Punkte vorm Rekordmeister, 14 Spiele sind noch zu absolvieren.

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