Verletzte Van Vleuten gewinnt Straßen-WM-Titel

Annemiek van Vleuten holte sich trotz Ellenbogenbruch WM-Gold © APA/AFP/WILLIAM WEST

Frauen-Radstar Annemiek van Vleuten hat ihrer erfolgreichen Karriere ein weiteres sensationelles Kapitel hinzugefügt. Die Niederländerin gewann am Samstag bei der Rad-WM im australischen Wollongong Gold im Straßen-Bewerb, obwohl die 39-Jährige nach ihrem Sturz im Team-Mixed-Zeitfahren am Mittwoch mit einem gebrochenen Ellenbogen ins Rennen gegangen war. Einzige Österreicherin am Start war Carina Schrempf, die WM-Debütantin belegte mit knapp fünf Minuten Rückstand Rang 33.

Van Vleuten hatte bei nassen Bedingungen kurz vor Schluss des 164,3 km langen Rennens mit einer Attacke aus einer Spitzengruppe heraus Erfolg. Die Zeitfahr-Olympiasiegerin von Tokio triumphierte nach 4:24:25 Stunden mit einer Sekunde Vorsprung vor der Belgierin Lotte Kopecky und Silvia Persico aus Italien. „Ich kann es gar nicht glauben. Ich warte immer noch darauf, dass jemand kommt und mir sagt, dass es nicht wahr ist“, sagte die Siegerin im Ziel.

„Ich wusste, dass ich wegen meines Ellenbogens nicht sprinten konnte, daher musste ich vorher angreifen. Das war die einzige Chance, die ich hatte“, erklärte van Vleuten und fügte hinzu. „Es war die Hölle. Ich konnte wegen meines Ellbogens nicht aus dem Sattel steigen und meine Beine explodierten bei den Anstiegen.“ Für die Niederländerin ist es der zweite WM-Titel im Straßenrennen – sie hatte bereits 2019 Gold geholt. Für die Ausnahme-Athletin ist es die Krönung eines Super-Jahres, in dem sie bereits den Giro d’Italia, die Tour de France und die Vuelta gewonnen hat.

Schrempf musste sich wie befürchtet als ÖRV-Einzelkämpferin beweisen, da die Tiroler Zwillingsschwestern Christina (Verkühlung) und Kathrin Schweinberger (in der Vorwoche corona-positiv) nach ihren gesundheitlichen Problemen noch nicht rennfit waren. Die 27-Jährige war mit ihrem Abschneiden und dem 33. Platz zufrieden. „Es war ein sehr gutes Rennen. Ich konnte genau das umsetzen, was wir besprochen hatten. Ich denke, dass war ganz ordentlich für eine Läuferin“, so die einstige Leichtathletin Schrempf, die erst seit eineinhalb Jahren den Fokus auf den Radsport gelegt hat. Im Rennen der Juniorinnen über 67,2 km belegte Daniela Schmidsberger den guten 13. Platz.

Am Sonntag kommt es in Wollongong zum WM-Showdown der Männer über 267 km. Für Österreich gehen Tobias Bayer, Sebastian Schönberger und Felix Gall an den Start.

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