Verstappen siegt auch beim F1-Saisonfinale in Abu Dhabi

Freude am Podium © APA/AFP/JEWEL SAMAD

Weltmeister Max Verstappen hat sein Rekordjahr beim Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi gekrönt und seinen 19. Saisonsieg gefeiert. Beim Großen Preis in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewann der Red-Bull-Pilot aus den Niederlanden am Sonntag souverän vor Ferrari-Pilot Charles Leclerc und George Russell im Mercedes. Im Showdown um den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung auf dem Yas Marina Circuit setzte sich Mercedes um drei Punkte gegen Ferrari durch.

„Es war eine unfassbare Saison“, sagte Verstappen, der am Ende 575 Punkte holte und als erster Fahrer mehr als 1.000 Führungsrunden in einer Saison drehte. „Es war ein bisschen emotional in der letzten Runde zur Box, weil mir das Auto so viel gegeben hat“, ergänzte der Red-Bull-Dominator, dessen Sieg auch zum Abschluss in einem über weite Strecken ereignisarmen Grand Prix nie gefährdet war. „Ich bin sehr stolz, das letzte Rennen auch gewonnen zu haben.“

Mercedes hatte nach der ersten Saison ohne Sieg seit 2011 letztlich 409 Punkte auf dem Konto und damit knapp mehr als Ferrari (406), aber deutlich weniger als die 860 Zähler von Red Bull. „Der Kampf um Platz zwei war großartig. Heute haben wir gewonnen“, sagte Mercedes-Boss Toto Wolff bei Sky Sports. Der Wiener sprach von „zwei großartigen Teams“ und ergänzte mit Blick auf nächstes Jahr: „Der Abstand zu den Führenden ist noch da, aber wir haben sehr viele gute Dinge in der Pipeline. Ich bin zuversichtlich.“

Der Mexikaner Sergio Perez fuhr im zweiten Red Bull als Zweiter über die Ziellinie, der Vizeweltmeister wurde aber wegen einer Fünf-Sekunden-Strafe noch Vierter. Red Bull erlebte mit 21 Erfolgen in 22 Rennen ein Jahr für die Geschichtsbücher, nur Ferrari-Pilot Carlos Sainz verhinderte mit einem Sieg in Singapur eine perfekte Saison des österreichisch-britischen Rennstalls. Verstappen überflügelte mit seinem 54. Grand-Prix-Sieg auch Sebastian Vettel (53) in der ewigen Bestenliste, der 26-jährige Triple-Champion ist damit alleiniger Dritter. Nur Lewis Hamilton (103), der die zweite Saison hintereinander ohne Sieg blieb, und Michael Schumacher (91) schafften es in der Motorsport-Königsklasse öfters aufs oberste Podium.

Nach der Winterpause geht es für den F1-Zirkus mit dem Saisonauftakt in Bahrain am 2. März weiter. Es wartet ein Rekordkalender mit insgesamt 24 Rennen, der Große Preis von Österreich in Spielberg ist für den 30. Juni geplant. Fahrerwechsel sind bei den zehn Teams nach derzeitigem Stand keine geplant, einzig die Williams-Zukunft des US-Amerikaners Logan Sargeant ist noch offen.

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Vor dem Rennen wurde der langjährige AlphaTauri- bzw. ToroRosso-Teamchef Franz Tost feierlich von Fahrern, Kollegen und FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem in den anstehenden Ruhestand verabschiedet. Der 67-jährige Tiroler hatte seit 2006 die Leitung beim Red-Bull-Schwesterteam inne. Neuer Teamchef wird der Franzose Laurent Mekies, der zuletzt bis zum Sommer als Sportdirektor bei Ferrari tätig war und im nächsten Jahr zu AlphaTauri zurückkehren wird.

Tost hatte nach dem Rennstart in Abu Dhabi auch allen Grund zur Freude, sein Schützling Yuki Tsunoda verteidigte erst seinen sechsten Platz und drehte aufgrund eines späteren Boxenstopps sogar mehrere Führungsrunden. An der Spitze erwischten Pole-Setter Verstappen und Leclerc einen Start auf Augenhöhe. Der Monegasse griff den WM-Dominator in der ersten Runde in drei Kurven an, allerdings erfolglos. Wie schon so oft in der Saison sammelte Verstappen fleißig Führungsrunden, dahinter sortierten sich Leclerc sowie das McLaren-Duo Lando Norris, Oscar Piastri und Russell ein.

Im Showdown um die Konstrukteurswertung ging Russell an der Strecke an Piastri vorbei, dann durfte sich der Brite bei der McLaren-Crew für einen langsamen Boxenstopp bei Norris bedanken. Hamilton kämpfte sich dahinter durch das Mittelfeld, während Sainz von Startplatz 16 auch große Teile des Rennens außerhalb der Punkteränge verbrachte und am Ende vergeblich auf ein Safety Car hoffte. Verstappen notierte in Runde 56 von 58 indes Führungsrunde Nummer 1.000 in dieser Saison, ein weiterer Meilenstein.

Da Perez nach einem zu harten Überholmanöver gegen Norris eine Fünf-Sekunden-Strafe kassierte und drei Runden vor Schluss auch Russell überholte, spitzte sich der Konstrukteurs-Showdown spät zu. Leclerc griff zu einer seltenen Maßnahme und ließ Perez vorbei, damit Russell aus dem Fünf-Sekunden-Fenster fällt, das gelang allerdings nicht.

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