Staaten am Persischen Golf Virus-Brennpunkte

EU plant teilweise Öffnung der Außengrenze — Aus Sicht Österreichs drei Risiko-Länder dabei

Trügerische Idylle in Bahrain am Persischen Golf. Das Coronavirus schlägt wieder zurück.
Trügerische Idylle in Bahrain am Persischen Golf. Das Coronavirus schlägt wieder zurück. © Jantira - stock.adobe.com

Die Staaten am Persischen Golf (Bahrain, Katar, Oman, Kuwait, Saudi Arabien), Südamerika (Chile, Brasilien, Peru, Bolivien), Mittelamerika (Panama), die USA, Südafrika, sowie in Europa Armenien, Schweden, Moldawien und Nordmazedonien: Das sind laut den aktuellen Daten des Europäischen Zentrums für Seuchenbekämpfung derzeit die absoluten Brennpunkte bei der weltweiten Weiterverbreitung des Coronavirus.

Diese Regionen verzeichneten am vergangenen Samstag umgerechnet auf 100.000 Einwohner bis zu 40 neue Infektionsfälle. Der Samstag-Wert für Österreich liegt statistisch bei 0,76 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner — ist im Wochenabstand aber deutlich steigend!


☣️➡️  Mehr zu diesem Thema ⬅️☣️

EU-Öffnung zu 15 Staaten

Unterdessen kursierte am Wochenende in EU-Diplomatenkreisen eine Liste mit 15 Staaten, aus denen Einreisen in die Union schon bald wieder möglich sein sollen — sofern die jeweiligen Staaten im Umkehrschluss EU-Bürgern die Einreise dorthin erlauben. Aus österreichischer Sicht und auf Basis der aktuellen Infektionssituation vom Samstag gelten darunter drei Staaten tendenziell als Risikobereiche mit einer höheren Quote an Neuinfektionen als Österreich: Montenegro, Serbien und Marokko. Alle anderen offenbar für eine baldige Wiederaufnahme des Reiseverkehrs vorgesehenen Länder (Algerien, Kanada, Uruguay, Australien, Südkorea, Japan, Ruanda, Georgien, Neuseeland, Tunesien, Thailand und China) wiesen am Samstag pro 100.000 Einwohner weniger gemeldete Neuinfektionen auf als Österreich — zumindest gemäß den dem VOLKSBLATT vorliegenden Daten aus dem Europäischen Zentrum für Seuchenbekämpfung mit Sitz in Schweden.

Ein Tauziehen in der EU

Offenbar gibt es unter den EU-Politikern aber Zweifel an der Melde- und Test-Disziplin in einigen der von der kroatischen EU-Präsidentschaft für eine Öffnung vorgeschlagenen Staaten — und unterschiedliche Prioritäten der EU-Staaten. So hieß es gestern aus EU-Kreisen, die Entscheidung über die Wiederaufnahme des Reiseverkehrs mit Drittstaten ziehe sich länger hin als erwartet, werde heute Montag weiter beraten und möglichst zu einem Ende gebracht.

Ursprünglich sollte die Liste am Samstagabend von den Regierungen der 27 EU-Staaten in einem schriftlichen Abstimmungsverfahren freigegeben werden. Grundsätzlich liegt die Öffnung für den Reiseverkehr aber ohnehin im Ermessen der Einzelstaaten. Stark virusbelastete Staaten wollen aber Einheitlichkeit.

Wie ist Ihre Meinung?