Staatsanwälte befragen Conte zu Corona-Krisenmaßnahmen

Staatsanwälte der von der Coronavirus-Pandemie schwer betroffenen Stadt Bergamo haben am Freitag Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte drei Stunden lang zu den Krisenmaßnahmen seiner Regierung befragt. Conte stellte sich am Regierungssitz den Fragen der Ermittler, verlautete aus Rom. Medien zufolge wurden auch Gesundheitsminister Roberto Speranza und Innenministerin Luciana Lamorgese angehört.

Hinterbliebene von Opfern hatten am Mittwoch in der besonders stark betroffenen Provinz Bergamo Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Sie werfen den Behörden vor, wegen Fahrlässigkeit und Inkompetenz für zahlreiche Todesfälle durch das Virus verantwortlich zu sein. Neben Conte wurden am Freitag im Regierungssitz auch der Gesundheitsminister Roberto Speranza und die Innenministerin Luciana Lamorgese von den Staatsanwälten als Zeugen angehört, wie italienische Medien berichteten.

Mehr Informationen zum Ergebnis der Befragung gab es vorerst nicht. Bei den Untersuchungen der Staatsanwälte geht es vor allem um das mögliche Versäumnis der Regierung, besonders betroffene Gebiete in der Provinz Bergamo als sogenannte Rote Zonen nicht abgeschottet zu haben, um so die Ausbreitung des Virus zu stoppen, hieß es aus Ermittlerkreisen.

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