Starkregen ließ Inn in Schärding anschwellen

Hochwasserschutz dürfte laut Prognosen Wassermassen abhalten – Keine großen Schäden erwartet

In Mattighofen breitete sich das Wasser auf einer Siedlungsstraße aus.
In Mattighofen breitete sich das Wasser auf einer Siedlungsstraße aus. © APA/Fesl

Wegen des tagelangen Starkregens rüsteten sich am Dienstag die Bewohner vor allem in Schärding am Inn und entlang der Donau für größere Wassermassen. Der mobile Hochwasserschutz wurde noch trockenen Fußes aufgebaut, dann galt es für die Einsatzkräfte der Feuerwehr die Lage zu beobachten.

Allerdings gab man sich am Dienstag in der Landeswarnzentrale der Feuerwehr noch relativ entspannt: „Wir haben die Hochwässer 2002, 2013 und 2016 erlebt, das wird nicht passieren, zu kleineren Überflutungen kann und ist es schon gekommen“, so Dietmar Lehner, Offizier vom Dienst, zum VOLKSBLATT.

Laut Prognosen des Hydrographischen Dienstes des Landes bleibt eine große Überflutung aus. Allerdings konnte man am Dienstag zunächst minütlich zusehen, wie der Pegel des Inn stieg. Bereits um 9.20 Uhr wurde daher die Hochwasservorwarnstufe ausgerufen. Tagsüber hatte der Grenzfluss schon an die sieben Meter erreicht, der Pegel liegt normalerweise bei vier Meter, schilderte Feuerwehrkommandant Markus Furtner.

Inn-Pegel kann sich mehr als verdoppeln

Laut Hydrographischem Dienst führten die großen Niederschlagssummen im Einzugsgebiet des Inns – Innviertel 50-80 mm, Raum Salzburg 110 mm, Bayern 150 mm in den vergangenen 24 Stunden – zu den starken Anstiegen am Inn, in der Nacht auf Mittwoch wurde mit einem Pegelhöchststand von bis zu 8,5 Metern rund um Mitternacht gerechnet – zum Vergleich lag der Inn-Pegel beim Hochwasser 2002 bei 8,78 Meter.

Am Mittwoch würde diese Marke noch knapp unter dem Hochwasserschutz, der bis zu 9 Metern reicht, liegen. Gegen Nachmittag ließen die Regenschauer nach, allerdings war noch nicht klar, welche Wassermassen aus Bayern tatsächlich in Schärding eintreffen würden.

Viel Wasser im Inn wirkt sich auch in der oö. Donau aus. In Achleiten wurde vorerst von maximalen Pegelständen von 6,40 Metern ausgegangen, in Linz wurde ein Pegelstand von 6 Meter in der Nacht auf Mittwoch erwartet. Ein paar Stunden später soll der Pegel in Mauthausen den Höchststand von etwa 6,40 Metern erreichen, für Grein sind 10,50 Meter prognostiziert.

In Saxen (Bez. Perg) wurde am Dienstag ein kleiner Teil des Hochwasserschutzes aufgebaut. „In Grein wird dieser ab einem Wasserstand der Donau von 10,60 Metern benötigt, in Mauthausen bei 7 Metern“, so der Bezirkshauptmann von Perg, Werner Kreisl.

LH Stelzer sieht: „Starke Hilfsbereitschaft im Land“

LH Thomas Stelzer dankte am Dienstag allen Einsatzkräften für ihre Arbeit: „Hier zeigt sich wieder einmal, wie stark die Hilfsbereitschaft in unserem Bundesland gelebt wird. Aus derzeitiger Sicht können wir davon ausgehen, dass wir ohne größeren Schaden und ohne schlimme Folgen davon kommen. Dennoch bitte ich die Landsleute in den betroffenen Regionen, sich vorsichtig zu verhalten.“ Katastrophenschutz-Landesrat Wolfgang Klinger geht davon aus, dass die Altstadt von Schärding und auch die Baustelle für den Hochwasserschutz des Polders Neustift keine großen Schäden nehmen wird. Die Prognose liege unterhalb des Pegelstandes eines 30-jährlichen Hochwassers. „Zivilschutz, Feuerwehren und Hydrographischer Dienst arbeiten perfekt Hand in Hand und treffen gemeinsam alle notwendigen Maßnahmen“, so Stelzer und Klinger, die an die Bevölkerung appellieren, den Anordnungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten.

In Steyr, wo am Montag vorsorglich der Ennskai gesperrt wurde, gingen die Wassermassen am Dienstag schon wieder zurück.

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