Start für Bau der Donaubrücke

Baustart für Juli, Verkehrsfreigabe für Herbst 2020 geplant

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Es war ein hör- und spürbares Aufatmen der verantwortlichen Linzer Politiker Bgm. Klaus Luger (SPÖ) und Verkehrsstadtrat Markus Hein (FPÖ): Mit 0 Uhr endete am Dienstag die Einspruchsfrist und damit ist fix, dass die Bietergemeinschaft MCE GmbH, PORR Bau GmbH und Strabag AG die neue Linzer Donaubrücke errichten wird. Der Gemeinderatsbeschluss kommende Woche gilt als Formsache, noch heuer sollen die alten Pfeiler aus der Donau entfernt und die zwei neuen errichtet werden. Einen Termin für den offiziellen Spatenstich werde man wohl auch noch finden, so Luger. Mit Herbst 2020 rechnen die beiden mit einer Verkehrsfreigabe und damit mit einer spürbaren Entschärfung des täglichen Verkehrschaos in Linz.

Insgesamt werde die Brücke die Stadt laut Angebot 57 Mio. Euro kosten, man liege damit im Finanzierungsrahmen, erklärt Hein. Fünf Mio. Euro wurden nämlich als Spielraum eingeplant, von diesen fünf ist nun eine fix verplant, ob man die restliche Millionen brauchen werde, hänge auch von der Entwicklung des Stahlpreises ab. Hinzu kommen noch rund 1,2 Mio. Euro für die Bauaufsicht, diese wird von der Bietergemeinschaft Schimetta und Kronawetter erledigt. Man sei auch froh, dass heimische Unternehmen zum Zug kamen, so Luger und Hein.

Die Kosten der Brücke tragen zu 60 Prozent die Stadt und zu 40 das Land OÖ. Mit dem Bund wurde laut Hein noch nicht über eine Mitfinanzierung geredet. Die Gleiskörper, die ebenfalls über die 33 Meter breite geführt werden, werden erst später mit der Errichtung der 2. Schienenachse verlegt. Den Platz werde man vermutlich vorübergehend als Busspur benutzen, so Hein. Der stolz darauf ist, dass man die Planung, Behördenverfahren und Ausschreibung in „Lichtgeschwindigkeit“ erledigt habe.

ÖVP: „Mogelpackung“

Für die Linzer ÖVP ist die Eisenbahnbrücke ein Symbol für das Versagen der Linzer Verkehrspolitik. Und das neue Konzept sei eine „Mogelpackung“ und das „Resultat fragwürdiger Versprechungen“ der SPÖ, so Klubobmann Martin Hajart: „Die Brücke ist nicht nur um rund fünf Millionen teurer als vor einem Jahr angenommen, sondern schon lange nicht mehr im Zeitplan!“ Einen fahlen Beigeschmack hinterlässt auch die Tatsache, dass Johann Stranzinger von Luger und Hein für die Qualitätssicherung bei der Errichtung der neuen Brücke beauftragt wird. Schließlich trat Stranzinger im Vorfeld der Volksbefragung 2015 mit Gutachten zum Abriss der Eisenbahnbrücke in Erscheinung.