Start in ein neues Wasserstoffzeitalter

Voestalpine, Verbund und Siemens errichten weltweit größte Wasserstoffpilotanlage

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Beim Baustart der weltgrößten Wasserstoffanlage (v. l.): Wolfgang Hesoun (Vorstandsvorsitzender Siemens Österreich), Herbert Eibensteiner (Leiter der Steel Division voestalpine), Bart Biebuyck (Executivdirektor EU-Kommission FCH), Wolfgang Eder (Generaldirektor voestalpine) und Wolfgang Anzengruber (Vorstandsvorsitzender Verbund)
Beim Baustart der weltgrößten Wasserstoffanlage (v. l.): Wolfgang Hesoun (Vorstandsvorsitzender Siemens Österreich), Herbert Eibensteiner (Leiter der Steel Division voestalpine), Bart Biebuyck (Executivdirektor EU-Kommission FCH), Wolfgang Eder (Generaldirektor voestalpine) und Wolfgang Anzengruber (Vorstandsvorsitzender Verbund) © voestalpine

Das Zauberwort heißt Dekarbonisierung. Damit ist die Verringerung des CO2-Ausstoßes bei Industrieprozessen gemeint für die es auch ambitionierte Ziele gibt. So sollen die weltweiten CO2-Emissionen bis 2050 um 80 Prozent verringert werden. Das bedeutet aber für die Industrie, dass die fossilen Energieträger wie etwa Kohle und Heizöl sukzessive durch andere Energieträger ersetzt werden. Dabei setzt die Forschung große Dinge auf Wasserstoff.

Zweijähriger Testlauf

Und ebendieser erneuerbare Rohstoff soll nun ab dem Frühjahr 2019 auf dem Voest-Gelände zum Einsatz kommen. Geplant ist ein zweijähriger Testlauf in der weltgrößten Wasserstoffpilotanlage. Bei der sechs Megawatt starken Anlage wird erforscht, inwieweit Wasserstoff im Stahlerzeugungsprozess als Energielieferant eingesetzt werden kann. Wolfgang Eder, Generaldirektor der voestalpine, bezeichnete beim gestrigen Baustart das 18 Millionen Euro teure Investment und den damit einhergehenden Technologiewandel als „langfristige Absicherung des Wirtschaftsstandortes Europa“. Besonderheit der Anlage ist deren hoher Wirkungsgrad, der bei 80 Prozent liegen soll. Denn obwohl Wasserstoff ja zuhauf vorhanden ist, kommt es bei der Elektrolyse (so heißt das Verfahren zur Wasserstoffgewinnung) zu Umwandlungsverlusten. Für Eder ist Wasserstoff als Energieträger zukunftsträchtig, der auch im Werk in Corpus Christi zum Einsatz kommen könnte. Den großen Durchbruch für Wasserstoff ortet er ab dem Jahr 2035.

Einen großen Vorteil hat Wasserstoff auch in Bezug auf die Stromnetze: Es kann laut Verbund-General Wolfgang Anzengruber auch als Speichermedium fungieren und somit drohende Engpässe bei der Stromversorgung verhindern. Die drei Hauptpartner – Siemens, Verbund und voestalpine – steuern je zwei Millionen Euro zur Errichtung bei. Die EU-Kommission fördert das Projekt mit zwölf Millionen Euro.

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