Steg bleibt auf dem Vormarsch

Die Volleyball-Ladies wollen ihren Erfolgslauf auch nach der Corona-Krise fortsetzen

Der Zusammenhalt zeichnete die Steg-Ladies in den vergangenen Jahren aus, das soll auch in Zukunft so bleiben.
Der Zusammenhalt zeichnete die Steg-Ladies in den vergangenen Jahren aus, das soll auch in Zukunft so bleiben. © PLOHE

„Wir waren jetzt zweimal Erster, sind aber nur einmal Meister?“ — selbst Trainer Roland Schwab musste sich nach dem Beschluss des Volleyballverbands, wonach heuer kein Titelträger gekürt, aber ein Ranking geführt wird, kurz einen Überblick verschaffen.

Trotz dieses Wermutstropfens zeigte der Vorjahres-Meistermacher der Linz-Steg-Damen Verständnis für die Situation: „Das muss man so hinnehmen.“

„Wird uns nicht umbringen“

Der Vormarsch des Grunddurchgangsiegers, der zwischenzeitlich 15 Monate ohne Niederlage geblieben war und heuer erneut den Cup gewann, soll durch die Corona-Krise keinesfalls enden. „Wir haben den Anspruch, unseren Weg weiterzugehen“, betonte Schwab.

Zumal die finanziellen Einbußen ob des Saisonabbruchs zwar vorhanden, aber wohl nicht existenzbedrohend sind. „Der Unterschied etwa zum Fußball ist, dass dort die Spieler ein Angestelltenverhältnis haben. Bei uns ist das Risiko kalkulierbarer“, erklärte Schwab. „Man kann noch nicht sagen, wie einschneidend es wird. Aber es wird uns nicht umbringen“, ergänzte Manager Andreas Andretsch.

Die Planungen für die neue Spielzeit sind jedenfalls am Laufen. Bis auf die Amerikanerinnen Taylor Alexander und Nicole Lott sollen alle Spielerinnen gehalten werden. Wohl wissend, dass das kein einfaches Unterfangen wird, denn Erfolg weckt bekanntlich Begehrlichkeiten.

„Es haben alle Angebote von uns erhalten“, berichtete Andretsch. Man müsse natürlich vorsichtiger planen, die ersten, realistischen Schritte wolle man aber setzen, so Schwab. Geplant sei, drei junge Österreicherinnen, darunter ein bis zwei aus dem eigenen Nachwuchs, in die Mannschaft zu holen.

Die Erfahrungen im Europacup haben jedenfalls Lust auf mehr gemacht. Auch nächste Saison will man für den CEV Challenge Cup nennen. Die Champions League ist auch ob der fehlenden tauglichen Halle (derzeit) kein Thema. „Der Challenge Cup passt gut zu uns“, meinte der Erfolgscoach, der bei der Sportlerwahl der Salzburger Nachrichten bei den Trainern auf Platz drei gewählt wurde.

Möglicher Karriereschritt

Der langjährige Junioren-Teamchef ist zusätzlich zum Engagement in Linz als möglicher Co-Trainer im Damen-Nationalteam im Gespräch. „Das wäre ein potenzieller nächster Karriereschritt“, sagte der 36-Jährige, der sich auf eines freut: „Wir werden den Tag genießen, an dem wir wieder Volleyball spielen können.“ Und vielleicht den nächsten Titel feiern. Dann aber nicht als Erster, sondern wieder als Meister.

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