Stehen für politische Mitte

OÖVP-Manager LAbg. Wolfgang Hattmannsdorfer zieht Zwischenbilanz des bisherigen Wahlkampfes

Vor genau zwei Jahren, am 15. September 2017, fand in Wels der Auftakt der OÖVP zur Nationalratswahl statt. Und heute werden wieder Tausende Besucher bei der OÖVP-Großkundgebung „Unterwegs. Für Österreich!“ in Wels erwartet. Sie können sich dort persönlich ein Bild von ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz machen.

Als Wahlkampfmanager: Wie wichtig sind Personen für den Erfolg?

LGF HATTMANNSDORFER: Es geht bei einer Nationalratswahl um die Grundfrage, wem wir unser Land anvertrauen können und wer eine Regierung führen kann. Ein Blick in die Welt zeigt ja, dass nicht jeder führen kann. Kurz hat in den letzten eineinhalb Jahren eine echte Trendwende geschafft. Da wurde das Regierungsprogramm konsequent abgearbeitet und auf Augenhöhe zusammengearbeitet. Das war ein Aufatmen. Diesen Stil und den Kurs wollen wir weitermachen.

Und wie wichtig ist das richtige Programm?

Eine inhaltliche Agenda ist das A und O. Kanzler Kurz hat umgesetzt, was er ansagt: die Schuldenpolitik wurde beendet, die Steuern gesenkt, die illegale Migration bekämpft. Wir haben jetzt nicht vor, auf halbem Weg aufzuhören. Es gibt genug Herausforderungen, die gelöst werden müssen: Wenn ich an die Absicherung der Pflege denke, an die Fachkräftefrage. Aber auch an unseren ländlichen Raum: Es ist schon kurios, dass unsere österreichischen Bauern das beste Rindfleisch produzieren. Und gleichzeitig wird Fleisch vom anderen Ende der Welt importiert und hier billiger verkauft. Da wollen wir als Volkspartei gegensteuern.

Die Umfragen zeigen ein klares Bild: Aber wie gemäht ist die Wiese für die ÖVP?

Wir dürfen uns nicht starr an den Umfragen orientieren. Wir wissen, dass alleine in OÖ noch 17 Prozent der Wähler unentschlossen sind. Das sind 200.000 Menschen, die wir in den nächsten Tagen überzeugen müssen. Es ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig, weil es bei dieser Wahl nicht ausreicht, nur Erster zu werden. SPÖ und FPÖ werden jede Chance nutzen, um einen Kanzler Kurz zu verhindern. Ich erinnere an die Absetzung des Kanzlers, den Sturz der Expertenregierung, die bewusste Verzögerung des Wahltermins. Wir haben als Volkspartei deshalb genau ein Ziel: so stark werden, dass sich eine Mehrheit gegen Kurz nicht ausgeht.

In zwei Wochen ist Wahltag, was kann noch passieren?

Wir sehen leider schon, dass in der politischen Auseinandersetzung der Respekt beim Mitbewerber immer mehr verloren geht. Es gab verbale Untergriffe, Nazi-Vergleiche von SPÖ-Karikaturisten. Einen Vorgeschmack auf die nächsten vierzehn Tage haben wir diese Woche erlebt, als die SPÖ ein ÖVP-Werbemittel öffentlich verbrannt hat, um zu zeigen, was von Sebastian Kurz zu halten ist. Da ist für mich eine neue Dimension erreicht. Daran können sich die Menschen selbst ein Bild machen, wer für die politische Extreme und wer für die politische Mitte steht.

Ihr Resümee des bisherigen Wahlkampfes?

Der großartige Einsatz unserer tausenden Freiwilligen und Funktionäre, die tagein, tagaus unterwegs sind und für eine super Stimmung sorgen. Alleine in Oberösterreich gibt es 2000 Verteilaktionen und 300.000 Hausbesuche. Und vor allem macht mich stolz, dass wir als Volkspartei ohne Schmutzkübel auskommen.

Nach der Wahl ist vor der Regierungsbildung – wie viel Porzellan ist bezüglich einer Koalitionspartnerschaft zerschlagen?

Es muss jedem bewusst sein, dass man mit kaputtem Porzellan nichts gewinnt. Wir haben heuer eine Wahlauseinandersetzung erlebt, die für Österreich nicht würdig ist. Ich hoffe, die Zeit des Dampfablassens ist nach der Wahl vorbei und dass sich der Mitbewerber wieder darauf besinnt, was dem Land guttut. Alles andere ist den Wählern nicht zumutbar.

 

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