Steirer wegen sechsfachen Mordversuchs vor Gericht

Ein Steirer muss sich im Juli im Grazer Straflandesgericht wegen sechsfachen Mordversuchs verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im September 2019 in Gnas (Bezirk Südoststeiermark) zahlreiche Schüsse auf Polizeibeamte abgefeuert zu haben. Er war stark alkoholisiert und damals offenbar geistig verwirrt. Verletzt wurde niemand. Der Prozess wurde für 8. und 9. Juli anberaumt.

Der 50-Jährige hatte Beziehungsprobleme und kündigte an, sich umzubringen. Seine Lebensgefährtin verständigte daraufhin die Polizei und brachte sich selbst in Sicherheit. Als eine Streife der Polizeidirektion Gnas eintraf, begann er vom Balkon des Hauses herunter mit Pistolen – Smith & Wesson und Steyr, jeweils neun Millimeter – auf die Polizisten zu schießen. Insgesamt feuerte er rund 30 Schüsse ab, traf aber keinen der sechs Polizisten, die in drei Autos unterwegs waren.

Schließlich kamen weitere Bezirkskräfte dazu, die Sondereinheit Cobra wurde eingeschaltet, auch zwei Hubschrauber waren im Einsatz. Der Steirer konnte schließlich zum Aufgeben überredet werden und kam unbewaffnet aus dem Haus.

Obwohl keiner der Schüsse traf, klagte die Staatsanwaltschaft Mordversuch in sechs Fällen an, da der Mann nach Meinung der Anklagebehörde gezielt auf die Beamten geschossen hatte. Außerdem muss er sich wegen Nötigung und Sachbeschädigung verantworten.

Die Verhandlung vor einem Geschworenensenat beginnt am 8. Juli und ist für zwei Tage angesetzt.

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