steirischer herbst zeigt im Sommer den „Krieg in der Ferne“

Der steirische herbst beginnt heuer schon im Sommer und zwar mit der Prolog-Ausstellung „Ein Krieg in der Ferne“. Die Schau, die die umkämpfte Ukraine in Videokunst und Film zeigt, wird von 1. Juli bis 1. August in der Neuen Galerie zu sehen sein und einen Vorgeschmack auf das Kulturfestival im Herbst bieten. „Die Sonderausstellung ist ein wichtiger Teil des Festivals und der im Herbst kommenden Ausstellung“, kündigte Intendantin Ekaterina Degot am Dienstag in Graz an.

Peter Peer, Leiter der Neuen Galerie, schilderte, dass man schon für das Jahr 2020 eine Kooperation mit dem steirischen herbst geplant hatte, doch dann kam Corona. Gerade als man heuer zu Jahresbeginn in der Planung war und die Kooperationsidee wieder aufleben ließ, begann der Invasionskrieg in der Ukraine: „Wir wollten es nicht bei einer spontanen Solidaritätsbekundung belassen“, so Peer. Daher habe man seit März an der Konzeption dieses Prologs gearbeitet und will damit einen „Blick auf die komplexe Gemengelage“ bieten. Begleitet wird die Ausstellung von einem Symposium am Eröffnungstag.

Die Mittel für die Schau stellt das Universalmuseum Joanneum zur Verfügung, der steirische herbst ist für die Inhalte verantwortlich. Degot als gebürtige Russin habe sich bewusst aus dem Programm der Sonderausstellung herausgehalten: „Ich bin seit fast zehn Jahren nicht mehr in Russland, aber ich fühle mich – wie viele andere Russen auch – schuldig“, erklärte sie bei der Pressekonferenz. Der Prolog werde eine rein ukrainische Ausstellung mit ukrainischer Geschichte und ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern sein.

Kurator David Riff schilderte, dass die meisten Beiträge der Schau bereits in den Jahren 2018 bis 2021 entstanden waren: „Die Künstler lebten damals quasi in der Zukunft.“ Sie haben schon seit acht Jahren den Krieg auf der Halbinsel Krim und Donbass dokumentiert: „Da war er noch fern, aber er war somit schon länger im Anmarsch und kam aus der Ferne. Mittlerweile steht er vor unserer Tür und ist gar nicht mehr fern“, bezog sich Riff auf den Titel der Ausstellung.

Laut Degot werden dokumentarische und surreale Videos aus der Ukraine zu sehen sein. Sie seien wichtig, um das, was dort passiert, physisch und optisch sichtbar zu machen. Aus ihrer Sicht sei der Krieg zwar in der Nähe, geografisch nah, aber politisch und historisch fern: Für die Ukraine sei eine „Sympathie da, aber aus sicherer Distanz“, meinte sie. Die Schau soll die Komplexität der Hintergründe zeigen, während der Krieg aber klar verurteilt wird. Persönlich fühle sie eine „unglaubliche Solidarität für die ukrainischen Künstler“.

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