Stilvoll – auch im Gatsch

Wo gehört ein Pick-up hin? Richtig! Ins Gelände. Der Mitsubishi L200 meistert dabei in gediegener Instyle-Ausstattungslinie so gut wie alle Herausforderungen.

Von Oliver Koch

Der Wagen hat schon mehr als 40 Jahre auf dem Buckel, also nicht genau der Testwagen sondern nur die Type. Die Rede ist vom Mitsubishi L200, den die Japaner seit dem Jahr 1978 ausliefern.

Aktuell fährt der Pick-up in seiner fünften Generation über Stock und Stein und als besonderes Leckerli gibt es die sogenannte Blackline als Designlinie. Dieses umfasst zum Basispreis von 39.850 Euro unter anderem schwarze 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, schwarze Kotflügelverbreiterungen, einen schwarzen Kühlergrill und schwarze Seitenspiegel sowie Trittbretter und Türgriffe, natürlich ebenfalls in schwarz gehalten.

Das Gesicht mit der großvolumigen Schürze ist massiv und kantig, während die Scheinwerferschlitze auf den ersten Blick nicht so recht zum Rest der Front zu passen scheinen. Dahinter steigt die große Frontscheibe sanft an, während die außen puristisch gehaltene Doppelkabine ganz sanft nach unten gleitet und schlussendlich in die robuste Ladefläche mündet.

Typenschein

Mitsubishi L200 DK DI-D 2,4 HP Instyle Blackline

Preis: ab € 39.850,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 40.570,- inklusive Metallic-Lackierung € 720,-; einen Mitsubishi L200 (2,4 DI-D Work Edition) gibt es ab € 27.150,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 856,44 jährlich
Garantie: 5 Jahre bis max. 100.000 km, die ersten zwei Jahre ohne Kilometerbegrenzung, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 8 Jahre bis max. 160.000 km auf definierte Hochspannungs-Komponenten
Service: alle 20.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Common-Rail, Turbolader, Partikelfilter, 2442 cm³, 133 kW/180 PS bei 3500 U/min, max. Drehmoment 430 Nm bei 2500 U/min
Getriebe: Fünfgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h
Leistungsgewicht: 10,67 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 9,1/6,6/7,5 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 9,7 Liter
CO2-Ausstoß: 196 g/km
NOx: 0,1128 g/km; Euro 6

Eckdaten:
L/B/H: 5285/1815/1775 mm
Radstand: 3000 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1921/2910 kg
Pritschenlänge: 1520 mm
Pritschenbreite: 1470 mm
Tank: 75 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x 245/65 R17 111S auf 17“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA
Airbags: 5

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 205 mm
Böschungswinkel vorne: 30°
Hinten: 22°
Rampenwinkel: 24°

Den schmalen Trittbrettern mag man zuerst nicht so recht trauen, entpuppen sich aber schlussendlich als robust genug. Der Einstieg in den 1,78 Meter hohen Wagen gelingt damit stilvoll – zur Not auch im Gatsch.

Bei dem Sondermodell ist alles serienmäßig verbaut, was die Japaner für den L200 derzeit zu bieten haben. Highlights sind unter anderem Lederausstattung, elektrische Fahrersitzverstellung, schlüsselloses Schließ- und Startsystem, LED-Tagfahrlicht, Xenon-Hauptscheinwerfer, Spurhalte-System, Berganfahrhilfe, Anhängerstabilitätsprogramm, Zweizonen-Klimaanlage sowie zwei USB-Ports. Das verwinkelt gehaltene Cockpit wirkt etwas verspielt, davon kann auch die Farbe schwarz, die sich durch das Interieur durchzieht, nicht ablenken. Das Platzangebot ist riesig, sowohl vorne als auch hinten. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau und auch die Ablagen sind üppig dimensioniert.

Standardmäßig steuert der 180 PS starke knurrende Vierzylinder-Dieselmotor die Hinterräder an. Mittels Drehschalter in der Mittelkonsole lässt sich bei Geschwindigkeiten bis hundert km/h vom sparsamen Zweiradantrieb auf Allrad umschalten, was sich als ideal bei plötzlich wechselnden Straßenverhältnissen herausstellt. Wenn es hart auf hart kommt, kann natürlich auch das Mitteldifferenzial gesperrt werden, damit die Kraftverteilung zu jeweils 50 Prozent auf die Vorder- und Hinterachse erfolgt. Daraus resultieren recht unterschiedliche Fahrbedingungen: Gibt sich der L200 auf der Autobahn recht schwammig und hart, so ist er andererseits im Gelände eine Bank. Erwähnenswert sind hier vor allem die 45 Grad Neigungswinkel, 30 Grad Böschungswinkel vorne und natürlich die Geländeuntersetzung sowie die zuschaltbare Differenzialsperre an der Hinterachse. Vorne sind bei der Radaufhängung übrigens Schraubfedern montiert, an der starren Hinterachse sind Blattfedern verbaut.

Pluspunkte sammelt der L200, der mit 3100 Kilogramm gebremster Anhängelast aufwarten kann, auch in Sachen Verbrauch und Wendigkeit: Mit 9,7 Litern im Test liegt er in seinem Segment im vordersten Bereich und 5,9 Meter Wendekreisradius bedeuten die Top-Position im Vergleich zu seinen Wettbewerbern. Abzüge muss sich der Japaner hingegen bei den Bremsen (schwach) und Lautstärke (der Motor ist unüberhörbar) gefallen lassen.

Fazit: Ein wendiges und sparsames Arbeitstier mit gewohnt guten Offroad-Eigenschaften, das allerdings nicht ganz so schick und frisch wie seine Wettbewerber wirkt. Für Unternehmer interessant: die steuerlichen Vorteile durch seine Vorsteuerabzugsberechtigung und den Wegfall der NoVA.