Strafzinsen in Österreich noch kein Thema

Eine steigende Zahl von Bankkunden muss in Deutschland womöglich bald Strafzinsen auf Einlagen zahlen. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins im September von minus 0,4 Prozent auf 0,5 Prozent weiter absenken könnte. In Österreich ist diese Diskussion noch nicht angekommen, hieß es Mittwochabend aus dem österreichischen Bankenverband zur APA.

Beim Bankenverband wollte man aber nicht ausschließen, dass sich eine solche Debatte auch hierzulande entwickelt. Bisher stellen nur wenige deutsche Institute ihren Kunden die Strafzinsen in Rechnung, wie die deutschen Zeitungen schrieben – zumeist sind demnach besonders hohe Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten im sechsstelligen Bereich betroffen. Die Möglichkeiten, die zusätzlichen Belastungen über Entgelte und Zinsen an die Kunden weiterzugeben, nannte Krautscheid “begrenzt”. Dies müsse jede Bank selbst entscheiden. “Aber der Druck steigt weiter, sie auszuschöpfen.”

Der deutsche Bankenverband forderte die EZB auf, unter ihrer künftigen Präsidentin Christine Lagarde umfassender die Folgen ihrer Geldpolitik mit Niedrig- und Negativzinsen zu prüfen. “Dazu müssten auch die Kollateralschäden der Niedrigzinspolitik mehr wahrgenommen werden – also in Deutschland die steigenden Immobilienpreise oder die Probleme für die Altersvorsorge”, sagte Krautscheid den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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