Strahlende Gesichter nach Wellenbad der Gefühle

Lokalmatador Karl Geiger triumphierte zum Auftakt der Tournee in Oberstdorf vor Routinier Kamil Stoch

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SKI-JUMPING-FOUR-HILLS-MEN © AFP/Stache

Das Siegerbild passte irgendwie zu diesem turbulenten Auftaktbewerb der 69. Vierschanzentournee in Oberstdorf. Denn mit dem Erstplatzierten Karl Geiger und Kamil Stoch auf Rang zwei durchlebten die beiden besten Athleten ein echtes Wellenbad der Gefühle. Bester Österreicher wurde Stefan Kraft (6.).

Erst WM-Gold im Skifliegen, dann die Geburt seiner Tochter Luisa. Eine symptomlose Corona-Infektion inklusive Quarantäne, erst am späten Sonntagabend erhielt Geiger grünes Licht, um auf seiner Schattenbergschanze an den Start gehen zu dürfen. Und nun durfte der Bayer ausgerechnet in seiner Heimat über den ersten Tagessieg bei einem Tourneespringen jubeln. „Es war brutal, zwei saugute Sprünge. Wenn jetzt noch Zuschauer da wären, wäre es perfekt. Man muss von Tag zu Tag schauen und ich nehme die Favoritenrolle an“, sagte der 27-Jährige. Auch Teamkollege Markus Eisenbichler, der sich nach Rang 27 im ersten Durchgang mit Tageshöchstweite noch auf Platz fünf katapultierte, freute sich mit seinem Landsmann: „Megageil, ich habs ihm so gewünscht, dass er das runterbringt für uns, er ist einfach ein cooler Hund.“

Erst ausgeschlossen, dann zurückgeschlagen

Das gilt auch für den polnischen Routinier Stoch. Der zweifache Tourneesieger war nach dem positiven Corona-Test von Klemens Muranka wie das gesamte Team vom ersten Bewerb ausgeschlossen worden. Weil der Test, ebenso wie drei weitere in der Skisprung-Bubble, aber offensichtlich falsch war, durften die Polen trotz nicht absolvierter Qualifikation doch antreten.

Dominator entthront

Statt der üblichen K.o.-Duelle durften alle 62 Athleten die Schanze bewältigen. „Ich kann mich nur bei unseren Trainern bedanken: Sie haben bis zum Ende für uns gekämpft“, so Stoch, dem 2,8 Punkte auf Geiger fehlten.

Der bisherige Saisondominator Halvor Egner Granerud musste sich nicht nur mit Rang vier begnügen, sondern auch Marius Lindvik (3.) den Vortritt als bester Norweger lassen. Granerud lag elf Punkte hinter Geiger.

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