Straßenkunst unters Dach gebracht

M.A.Z. zeigt bis Jahresende Urban Art und präsentiert neues Lunar-Werk

Anamorphe Malerei von Kaisy und Grint schafft, im richtigen Winkel fotografiert, eine Illusion.
Anamorphe Malerei von Kaisy und Grint schafft, im richtigen Winkel fotografiert, eine Illusion. © M.A.Z./Florian Holter (Konflozius)

Schon im Stiegenhaus steigt dem Besucher der Geruch von frischer Farbe in die Nase: Das M.A.Z. (Museum auf Zeit) im Linzer Hafen bringt die Straßenkunst unters Dach. Noch bis 12. Dezember 2020 nützen die Veranstalter um Leonhard Gruber das Gebäude in der Industriezeile 40 — ein ehemaliger Hollandblumen-Markt —, um auf 2500 Quadratmetern Innenfläche eine temporäre Urban Art Ausstellung zu zeigen.

Danach wird das Objekt abgerissen. Das nächste soll für länger sein. „Es sind noch einige Gebäude im Hafen frei, aber es ist noch nichts entschieden“, so Gruber.

Die Ausstellung zeigt Wandgestaltungen der Sprayer, Bilder auf Leinwänden und Drucke nationaler und internationaler Künstler, die bereits Wände am Linzer Hafen gestaltet haben. So hat etwa der Kroate Slaven Kosanovic (Lunar) den Eingangsbereich kreiert. Das Kunstwerk „Zagreb original“ wird am Donnerstag (19 bis 22 Uhr), gemeinsam mit dem Buch „Lunar — From Zagreb with Love“ und der Mural Harbor/Sigl-Beer-Bop-Collection, für die der Künstler die Etiketten entwarf, präsentiert. „Das hier ist ein sehr schöner Platz, wo man sich frei ausleben kann, mit internationalem Flair“, betont Lunar.

Gesprayter Wow-Effekt

Im Erdgeschoss locken Räume der besonderen Art. Einer ist vom Boden bis inklusive Decke mit bunten Farben besprüht, Linien vor allem, die mit Spezialbrille in 3D für einen Wow-Effekt sorgen. Dieser entsteht nicht mit der üblichen 3D-Technik, sondern basiert auf der Tiefenwahrnehmung der Farben. Rot tritt in den Vordergrund, Dunkelblau ganz nach hinten. Der italienische Künstler nennt sich Awer und lebt in Berlin. Daneben offenbart die Sonderausstellung „Kunst, Krimi & Kommerz“ tausende Details. Der Indonesier „Mein lieber Prost“ gestaltete zwei Räume voller Wortwitz und Ironie mit seinen weißen Figuren. Dabei nützte er den Raum so, wie es nur in einem Abrissgebäude möglich ist. Auch die Türen, Griffe und Lichtschalter wurden bemalt, ein Fensterbrett wurde zum Keyboard, ein Heizkörper zum Fernseher, ein anderer zum Koffer. Sehenswert!

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