Strompreis für kurze Zeit extrem niedrig

Der Strompreis in Österreich ist kurzzeitig stark gefallen. An der Börse kostete Strom am Donnerstag auf die Kilowattstunde umgerechnet statt bis 30 Cent teilweise unter 2 Cent.

Grund war der feiertagsbedingt niedrige Bedarf und eine hohe Erzeugungsleistung aus Wasser, Wind und Sonne. Die Regenfälle, das windige Wetter und die Sonne lieferten nämlich genug Strom, sodass die teuren Gaskraftwerke zwischen 12 und 22 Uhr nur auf Minimallast liefen und nicht preisbestimmend waren.

Wie Live-Daten des Übertragungsnetzbetreibers APG zeigen, liefen die Wasserkraftwerke untertags mit rund 5.500 Megawatt, Windräder steuerten bis zu 1.000 MW bei und Photovoltaik-Flächen leisteten in der Spitze am frühen Nachmittag über 400 MW.

Generell gilt, immer wenn die Gaskraftwerke nicht gebraucht werden, ist der Strompreis im Großhandel niedrig. Grund dafür ist die Merit-Order, wonach das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Stromnachfrage benötigt wird, den Preis bestimmt. Wegen der aktuell sehr hohen Gaspreise ist dies meist ein Gaskraftwerk.

Privatkunden in Österreich haben in der Regel Stromverträge mit fixen Preisen, sie sind somit nicht den Schwankungen am Sportmarkt ausgesetzt. Die Stromlieferanten orientieren sich in ihrer Preisgestaltung aber dennoch am Preisniveau im Großhandel, weshalb zuletzt viele Anbieter die Preise angehoben haben. Zu den reinen Stromkosten – dem Arbeitspreis – kommen noch Netzkosten und Abgaben.

Für Haushalte, die einen Teil ihres Stromverbrauchs in die nachfrageschwache Zeiten am Nachmittag und in der Nacht verlagern können, etwa Kunden mit E-Auto oder Pufferspeicher, gibt es von Anbietern wie aWATTar oder Spotty spezielle Tarife, bei denen sich der Arbeitspreis abhängig vom Spotmarkt stündlich ändert. Voraussetzung dafür ist ein intelligenter Stromzähler, der sogenannte Smart-Meter.

Branchenvertreter betonten zuletzt häufig, dass ein enormer Ausbau der erneuerbaren Energien nötig sei, damit der Strommarkt künftig weniger abhängig von den hohen Gaspreisen ist. Wie am Freitag von der APG veröffentlichten Zahlen zeigen, konnte Österreich seinen Strombedarf im April nur zu 76 Prozent durch Erneuerbare decken. Vor allem in den Monaten September bis Mai ist Österreich auf Gaskraftwerke und Stromimporte angewiesen.

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