Studie: Elektroautos als Jobkiller

114.000 Arbeitsplätze gehen bis 2035 in Deutschland verloren

Der Jobabbau wird kurzfristig durch Infrastrukturmaßnahmen kompensiert werden, ist aber laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung unumgänglich.
Der Jobabbau wird kurzfristig durch Infrastrukturmaßnahmen kompensiert werden, ist aber laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung unumgänglich. © joel_420 - stock.adobe.com

In Deutschland werden einer Studie zufolge durch die Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren Zehntausende Jobs verschwinden. „Im Jahr 2035 werden knapp 114.000 Plätze aufgrund der Umstellung auf den Elektroantrieb bei Pkw verloren gegangen sein“, sagen Forscher des deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der Wirtschaft dürften bis dahin rund 20 Milliarden Euro verloren gehen, was rund 0,6 Prozent des realen Bruttoinlandsproduktes entspreche.

Im Fahrzeugbau direkt dürften 83.000 Arbeitsplätze wegfallen. „Andere Branchen geraten ebenfalls in Mitleidenschaft und müssen über 30.000 Stellen abbauen“, erwarten die Forscher. Gleichzeitig dürften fast 16.000 neue Stellen geschaffen werden, etwa im Bauwesen, bei Stromversorgern oder in Teilen des Dienstleistungsbereiches und des Verarbeitenden Gewerbes. Von der Elektrifizierung des Antriebsstrangs werden vor allem Fachkräfte negativ betroffen sein, heißt es dazu aus dem Forschungsinstitut der deutschen Bundesagentur für Arbeit. Zeitverzögert sinke auch der Bedarf nach Spezialisten- und Expertentätigkeiten.

In den kommenden Jahren dürfte die Umstellung auf die Elektromobilität jedoch vorerst positive Folgen haben: wegen der notwendigen zusätzlichen Investitionen der Autobranche, der Bauausgaben in die Ladeinfrastruktur und die Neuausrüstung des Stromnetzes. Langfristig dominiere aber der steigende Importbedarf an Elektroautos und Traktionsbatterien.