Studie: Wenig Brot in Wiener Supermärkten mit Austro-Mehl

Für viele Brotwaren fehlt eine Herkunftskennzeichnung © APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Nur rund ein Drittel des Gebäcks im österreichischen Einzelhandel wird aus heimischem Getreide hergestellt. Für rund 60 Prozent der Brotwaren fehlt außerdem eine Herkunftsangabe. Das sind die Resultate eines „Regionalitätschecks“, für den der Bauernbund und der Verein Wirtschaften am Land die Herkunft von 250 Brot- und Backwaren im Wiener Einzelhandel untersucht haben. Angesichts der Ergebnisse pochen die Initiatoren des Checks auf mehr Produkte unter dem AMA-Gütesiegel.

„Der Regionalitäts-Check hat gezeigt, dass noch massiver Handlungsbedarf besteht. Deshalb fordern wir eine flächendeckende Ausweitung des AMA-Gütesiegels auf Brot und Gebäck“, so Bauernbund-Präsident Georg Strasser am Montag in einer Aussendung. Das Gütesiegel garantiere die österreichische Herkunft und gebe den Konsumentinnen und Konsumenten Sicherheit beim Kauf. In der Pflicht sieht Strasser aber auch Supermärkte und Diskonter, die ein höheres Maß an Transparenz sicherzustellen hätten.

Auf wenig Verständnis stießen die Ergebnisse bei der Direktorin des Wiener Bauernbundes, Elisabeth Wolff. Dass angesichts des hohen Selbstversorgungsgrades „nicht einmal jedes dritte Brot und jede dritte Semmel nachweislich mit österreichischem Getreide hergestellt wurde“, werfe Fragen auf. Darüber hinaus entspreche dies nicht dem Wunsch der Verbraucher, die laut Umfragen großen Wert auf Brot aus regionalem Getreide legen würden.

Kritik äußerte Wolff auch an den Kennzeichnungsmustern im Einzelhandel. Missverständlich sei etwa die Bezeichnung „Mehl aus Österreich“, die nur auf den Ort der Vermahlung, nicht aber auch die Herkunft verweise.

Der Umweltschutzorganisation Global 2000 geht die Forderung nach Regionalität indes nicht weit genug. Es stelle sich die Frage, wie umweltfreundlich das Getreide angebaut werde und ob etwa chemische Pestizide und erdölbasierte Düngemittel zum Einsatz kommen. „Das AMA-Gütesiegel braucht eine grundlegende Überarbeitung in Richtung Umweltschutz“, forderte Global-2000-Landwirtschaftssprecherin Brigitte Reisenberger in einer Aussendung.

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