„Studium nach Linzer Prägung“

Virtueller Seziertisch in der Anatomie — Von 180 Anfängern bleiben 60 in Linz

Ein „weiterer Meilenstein in der Entwicklung der Fakultät“ sei es, dass beginnend mit Herbst erstmals 60 Medizinstudenten ihre Ausbildung vollständig an der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) absolvieren, betont JKU-Rektor Meinhard Lukas. Insgesamt können heuer 180 Maturantinnen und Maturanten das Medizin-Studium an der JKU beginnen, 120 von ihnen absolvieren die ersten vier Semester aber in Graz. Die frohe Kunde vom bestandenen Aufnahmetest hat sie am Montag erreicht — so wie auch alle anderen Bewerber für ein Medizinstudium.

Testbeste aus OÖ

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Bewerber für die 180 Plätze an der JKU gab es allerdings wesentlich mehr — nämlich 1269. 44 Prozent jener Bewerber, die den Test bestanden haben, kommen aus Oberösterreich, bei den Testteilnehmern stellte Oberösterreich 61,2 Prozent aller Angetretenen. Was Vizerektor Andreas Janko besonders freut: Die erst- und die drittbeste Testabsolventin sind oberösterreichische Maturantinnen. Apropos: In Linz waren rund 60 Prozent Maturantinnen zum Test angetreten, auf sie entfallen 53,3 Prozent der Plätze. Ein Viertel der neuen Linzer Medizinstudenten stammt aus Deutschland.

Referenzzentrum werden

Nachdrücklich betont wird von Rektor Lukas sowie von Vizerektorin Andrea Olschewski, dass die angehenden Ärzte ein „Studium nach Linzer Prägung“ erwartet. Es gebe einen frühen klinischen Bezug, man lege einen Fokus auf Organsysteme und Themenkomplexe, im Mittelpunkt stehe eine ganzheitliche Medizin und es werde die Interdisziplinarität gefördert, so Lukas. Der frühe Kontakt mit Patienten, wie ihn Olschewski betont, ist übrigens auch eine virtuelle Angelegenheit: Erstmals in Österreich kommt nämlich in Linz in der Anatomie ein virtueller Sezierplatz zum Einsatz. Die Messlatte liegt hoch: „Wir wollen in der virtuellen Anatomie führend im deutschsprachigen Raum und ein Referenzzentrum dafür sein“, so der Rektor.

Immer mehr Frauen treten zum Medizin-Aufnahmetest an

Bei den Aufnahmetests für das Medizinstudium ist der Gender Gap zwischen Männern und Frauen heuer etwas kleiner geworden. Während rund 62 Prozent der Testteilnehmer im Juli weiblich waren, gingen 57 Prozent der insgesamt 1680 Studienplätze an den drei Medizin-Unis in Wien, Graz und Innsbruck sowie der Medizin-Fakultät in Linz an Frauen. Insgesamt beteiligten sich am Aufnahmetest 12.574 Studienwerber.

In den vergangenen Jahren zeigte sich eine interessante Entwicklung: Die Frauenquote bei den Studienwerbern wächst langsam, aber stetig (2015: 59 Prozent, 2016 und 2017: je 60 Prozent, 2018: 62 Prozent). Die Erfolgsquoten dagegen schwanken etwas. Der Frauenanteil bei den Aufgenommenen betrug 2015 52 Prozent, 2016 56 Prozent, 2017 53 Prozent und heuer 57 Prozent.

Beim Test gehen 75 Prozent der Studienplätze an Kandidaten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent an Bewerber aus der EU und fünf Prozent an Studienwerber aus Drittstaaten.