Sturm Graz trauert verpasster Tabellenführung nicht nach

Sturm Graz hat am Sonntag im ersten Fußball-Bundesliga-Spiel des Jahres den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Dennoch hielt sich die Enttäuschung darüber in Grenzen, denn angesichts einer über 60-minütigen Unterzahl nahm man ein 0:0 beim WAC gerne mit. „Bei diesem Spielverlauf müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein“, resümierte Kapitän Stefan Hierländer.

Sturm agierte ab der 28. Minute, als Amadou Dante wegen Torraubs Rot sah, in Unterzahl. Dass es dennoch zu einem Unentschieden reichte, hatten die Steirer vor allem ihrem Tormann zu verdanken – Jörg Siebenhandl parierte nicht nur den nach dem Dante-Foul verhängten Elfmeter von Michael Liendl, sondern auch weitere Großchancen von Dejan Joveljic und Dario Vizinger.

Hierländer wusste daher, bei wem sich seine Mannschaft bedanken musste. „Wir hatten einen überragenden Tormann.“ Siebenhandl selbst gab sich im Sky-Interview bescheiden. „Es ist für mich ganz gut gelaufen. Beim Elfmeter habe ich mich für die richtige Seite entschieden, da gehört auch ein bisschen Glück dazu.“

Der 30-Jährige ist bereits seit 544 Pflichtspiel-Minuten unbezwungen. Zudem hat Sturm in den ersten zwölf Runden lediglich fünf Gegentore bekommen – nur der FC Tirol kassierte 2001/02 weniger (1). Angesichts dieser Statistiken ließ sich für Siebenhandl der Verbleib auf Rang zwei verschmerzen. „Der erste Platz bringt zum jetzigen Zeitpunkt sowieso nichts“, meinte der Keeper.

Auch sein Trainer konnte mit der Nullnummer gut leben. „Wir haben uns den Punkt erarbeitet und schlussendlich auch verdient“, sagte Ilzer. Die lange Zeit in Unterzahl könne man „als eine Art Teambuilding sehen“, erzählte der 43-Jährige, dessen Team erstmals nach zuletzt sechs gewonnenen Bewerbspartien nicht als Sieger vom Platz ging.

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Für den WAC endete beim frühesten Bundesliga-Jahresauftakt seit 43 Jahren eine Serie von vier Erfolgen en suite – sehr zum Leidwesen von Coach Ferdinand Feldhofer. „Vor dem Spiel wäre ein 0:0 für uns wahrscheinlich okay gewesen, nach diesem Spiel trauert man aber einem Sieg nach“, meinte der Ex-ÖFB-Teamspieler.

Feldhofer haderte mit einigen vernebelten Chancen, so auch mit dem vergebenen Elfmeter von Liendl. Der Mittelfeldspieler selbst zeigte sich gegenüber Sky selbstkritisch. „Das ist sehr bitter, ich nehme das auf meine Schultern. Grundsätzlich bin ich ein recht sicherer Schütze, aber der war sehr schlecht geschossen“, gab Liendl zu.

Der Vertrag des Regisseurs läuft – ebenso wie jener von Feldhofer – mit Saisonende aus, bis dato dürfte es keine Verhandlungen über eine Verlängerung gegeben haben. „Es liegt in den Händen der Clubführung. Wenn der Verein bereit ist, mit mir zu sprechen, sollen sie sprechen. Wenn nicht, gibt es nichts zu besprechen“, erklärte Liendl.

Sein Club liegt derzeit als Sechster gerade noch über dem Meistergruppen-Strich, nächster Gegner ist am Samstag in der Lavanttal-Arena der TSV Hartberg. Für Sturm geht es bereits am Freitag in Wien gegen Rapid weiter. Schon mit einem Punkt wären die Grazer zumindest für zwei Tage Tabellenführer, weil der aktuelle Spitzenreiter Red Bull Salzburg, der nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor den Steirern liegt, erst am Sonntag in Altach antritt.

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