Subaru XV 2.0i e-BOXER: E-Unterstützung mit Punch

Darf man als Motorjournalist über eine Wagenfarbe schwadronieren? Denn prinzipiell ist es ja bezüglich der Fahreigenschaften egal, ob ein Auto weiß, schwarz, rot oder eben – wie im Fall des hybriden Subaru XV – „Lagoon Blue“ lackiert ist. Aber: So ganz wurscht ist es ja doch nicht, denn der lagunenblaue japanische Boxer erregt wirklich viel Aufsehen.

Also: Das mit der Außenfarbe ist natürlich in Bezug auf die Fahrleistungen herzlich egal. Aber dennoch hebt sich der Subaru XV herrlich von der Masse ab.

Denn der allradgetriebene Crossover vereint so zwei Facetten. Einerseits ist der Fünfsitzer bullig gezeichnet mit klaren Kanten, das Hybrid-System ist anhand des Chrom-Grills erkennbar und die Plastikbeplankungen, die 220 Millimeter Bodenfreiheit, die dominanten LED-Scheinwerfer und die nach hinten hochgezogene Schulterlinie geben schon die Richtung vor, dass der Japaner auch für den Ausflug ins Gelände taugt.

Typenschein

Subaru XV 2.0i e-BOXER Premium

Preis: ab € 36.990,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 36.990,-; einen Subaru XV e-BOXER (Style) gibt es ab € 31.990,-
NoVA/Steuer: 7 %/ € 682,56 jährlich
Garantie: 3 Jahre bis max. 100.000 km, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung, 3 Jahre Subaru Mobilitätsgarantie
Service: alle 15.000 km bzw. jährlich

Technische Daten:
Benzinmotor: Vierzylinder-Boxer-Benzinmotor, 1995 cm³, 110 kW/150 PS bei 6000 U/min, max. Drehmoment 194 Nm bei 4000 U/min
Elektromotor: 12,3 kW/16,7 PS, max. Drehmoment 66 Nm, Lithium-Ionen-Batterie mit 13,5 kW Leistung, 4,8 Ah Kapazität und 118,4 V Spannung
Getriebe: Stufenloses Lineartronicgetriebe
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 10,7 s
Leistungsgewicht: 10,5 kg/PS
NEFZ-Verbrauch: 7,3/6,1/6,5 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 7,9 Liter
CO2-Ausstoß: 149 g/km
NOx: 0,0158 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4465/1800/1595 mm
Radstand: 2665 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1575/2070 kg
Kofferraum: 340-1193 Liter
Tank: 48 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 225/55 R18 98V auf 18“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC
Airbags: 6

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 220 mm
Böschungswinkel vorne: 18°
Hinten: 28,6°
Rampenwinkel: 21,7°

Und auf der anderen Seite ist da eben diese lagunenblaue Wagenfarbe, die ihm erstens sehr gut steht und zweitens ein echter Hingucker ist.

Kurzer Exkurs: Permanenter Allradantrieb, Boxermotor – das sind seit Jahren die zwei Erkennungs- und Alleinstellungsmerkmale der japanischen Marke Subaru schlechthin. Aber nun sind die Nippon-Ingenieure einen Schritt weitergegangen. Sie haben ihren SUV Forester und XV eine Elektrounterstützung zur Verfügung gestellt.

Dieses werkt im 4,465 Meter langen XV (wie auch im Forester) direkt auf dem Lineartronicgetriebe und stellt 16,7 zusätzliche PS zum 150 PS starken Zweiliter-Boxermotor bereit. Was erwarten sich die Japaner davon? Zehn Prozent weniger Spritverbrauch und natürlich steht das maximale Drehmoment schon bei null km/h zur Verfügung.

Das mit dem Drehmoment stimmt – aus dem Stand heraus agiert das SUV agil. Das ist also die E-Unterstützung mit dem gewissen Punch. Das mit dem Spritverbrauch kann man ambivalent sehen: 7,5 Liter bei gefühlvoller Fahrweise sind nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss. Daher ist auch die maximale Reichweite von etwa 600 Kilometern für einen groß geratenen Kompakten nicht unbedingt ein Ruhmesblatt.

Rein elektrisch schafft der Japaner übrigens 1,6 Kilometer bei einem Maximaltempo von 40 km/h – mehr gibt der Lithium-Ionen-Akku nicht her. Was kann man aber sonst zu den Fahreigenschaften des XV sagen?

Nun, er verfügt über eine sehr komfortable Fahrwerksabstimmung, einen gut gedämmten Motor und selbst bei schnellen Kurvenfahrten kommt der 1,6-Tonner kaum in den Grenzbereich, auch wenn das Wankverhalten generell ziemlich ausgeprägt ist.

Wirklich dynamisch ist der Subaru auch nicht, er taugt mehr zum entspannten Cruisen – oder eben zum Ausflug ins Gelände, wo er aufgrund seines souveränen Allradantriebs stoisch und sicher seiner Wege geht. Die Lenkung wiederum ist ausreichend gefühlvoll und präzise und auch die fein dosierbaren Bremsen erfüllen ihren Zweck tadellos.

Der poppig gestaltete Fünfsitzer wird in der Ausstattungslinie Premium um knapp 37.000 Euro diesem Attribut gerecht. An Bord befindet sich beispielsweise neben dem Sicherheitssystem EyeSight auch eine Rückfahrkamera, die ein gestochen klares Bild auf den acht Zoll großen Touchscreen wirft.

Dazu gesellen sich unter anderem noch Sitzheizung, USB-Ports, elektrische Fensterheber, Zweizonen-Klimaautomatik, Lederlenkrad, elektrisches Glasschiebedach und ein weiteres Multifunktionsdisplay in der Wagenmitte. Die Ledersitze sind ergonomisch, der Fahrersitz elektrisch einstellbar und dank Leder ist die Haptik von Sitzen und Lenkrad sehr angenehm.

Auch das Platzangebot ist vorne wie hinten mehr als ausreichend, das Interieur zieren hübsche Kontrastnähte und die Zahl und Dimension der Ablagen sind mehr als zufriedenstellend. Das Hybridsystem wiederum schmälert das Kofferraumvolumen ein wenig, die 340 Liter sind daher eher knapp bemessen. Dennoch: Nach Umlegen der Rücksitze stehen annehmbare 1193 Liter auf ebener Fläche zur Verfügung. Manko jedoch: Eine elektrische Heckklappe gibt es nicht.

Fazit

Der XV bleibt trotz der Hybridisierung seinem robusten Image treu. Als bulliges Arbeitstier mit dem leichten Hang zum Schicksein ist er für Freigeister und Nonkonformisten das ideale Fahrzeug für Stadt und Land – dann aber bitte unbedingt in dieser genialen Außenlackierung!

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