Süß-würzige Weihnachten mit Zimt, Nelken, Vanille und Co.

Die Lichterketten strahlen, Kerzen brennen, Weihnachtslieder laufen in Dauerschleife und ein unverkennbarer, wärmender Duft liegt in der Luft. Das Aroma von Vanille, Zimt, Nelken, Piment, Kardamom und Muskat hat uns bereits in der Adventzeit treu begleitet — Heiligabend haben diese Gewürze in verschiedensten Haupt- und Süßspeisen, in Kekserln und im Punsch nochmal ihren großen Auftritt. Neben der schmackhaften Komponente punkten Gewürze aber auch mit ihrer wohltuenden Wirkung auf den Körper und die Psyche.

Wie riecht Weihnachten? Für jeden wohl etwas anders, aber eins ist sicher: Zimt, Nelken, Kardamom und Vanille gehören in jedem Fall zum Dufterlebnis und dürfen weder in der Weihnachtsbäckerei noch im Punsch fehlen. Zudem wirken die ätherischen Ölen in den meisten weihnachtlichen Gewürzen beruhigend und stressmindernd.

Winter ist die Zeit der Gewürze

Wenn im Winter Blumen und Kräuter unter der Schneedecke schlummern, ist die Zeit der Wurzeln und Gewürze angebrochen. Die vielfältigen Aromen geben Speisen und Backwaren ihr gewisses Etwas und sind nicht mehr aus der Küche wegzudenken. Das eine oder andere Gewürz wie Nelken, Kardamom oder Piment wird in vielen Haushalten ohnehin nur einmal im Jahr aus den Laden und Küchenkasteln geholt und erlebt so rund um Weihnachten sein jährliches Comeback.

Anders als früher, als Exotisches wie Muskat und Zimt noch als Luxusgüter gehandelt wurde, sind Gewürze heute relativ günstig und nahezu überall zu erwerben. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Qualität: Beim hochwertigen Ceylon-Zimt wird die Rinde in hauchdünnen Schichten vom Zimtbaum geschabt, zigarrenähnlich ineinander gesteckt und getrocknet. Beim günstigeren Cassia-Zimt wird nur eine dicke Rindenschicht getrocknet und gerollt. Cassia-Zimt enthält zudem mehr Cumarin, welches in höheren Dosen Kopfschmerzen verursachen kann.

Guten, aromatischen Kardamom erkennt man an der frischen grünen Farbe und an den geschlossenen Kapseln und hochwertige Gewürznelken an den festen Köpfen, die beim Zerdrücken etwas Öl absondern.

Gewürze für allerlei Wehwehchen

In den Früchten, Rinden und Samen vieler Gewürzpflanzen stecken allerdings nicht nur herrliche Aromen zum Kochen und Backen, sondern auch heilkräftige Inhaltsstoffe, mit denen wir unseren Körper unterstützen können. Vor allem für verschiedene Magen- und Verdauungsbeschwerden kann man sich die in den Gewürzen enthaltenen ätherischen Öle zu Nutze machen. Im Essen eingebaut stimulieren etwas Kardamom, Zimt oder Muskat den Magen-Darm-Trakt und regen die Produktion der Verdauungssäfte an, was es unserem Körper einfacher macht, die Nahrung aufzuschlüsseln und zu verarbeiten. Zimt und Ingwer wirken zudem stark erwärmend, was uns in der Erkältungszeit besonders zu Gute kommt. So kann uns ein schmackhafter Apfel-Gewürz-Tee nach einem kalten Spaziergang herrlich einheizen und das Immunsystem auf Trab bringen.

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Bei kalten Füßen ist ein durchblutungsförderndes Massageöl schnell und einfach zusammengerührt: 10 ml eines hautpflegenden Trägeröls wie Mandel-, Oliven- oder Jojobaöl mit vier bis fünf Tropfen ätherischen Zimtöl mischen und die Füße damit einmassieren. Um pochende Zahnschmerzen bis zum Arztbesuch erträglicher zu machen, kann man sich das schmerzbetäubende Eugenol in Gewürznelken zu Nutze machen: Zwei bis drei Gewürznelken auf den schmerzenden Zahn legen und so gut es geht draufbeißen. Diese dann noch kurz im Mund behalten, bevor man sie ausspuckt.

Ähnlich wie die Gewürznelken wirkt auch Piment leicht schmerzstillend, regt aber vor allem die Verdauung bei schwer bekömmlichen Speisen an. Besonders beliebt ist er in der Weihnachtsbäckerei, die Gewürzkörner vereinen nämlich die Aromen von Pfeffer, Zimt, Muskat und Nelken in sich — weshalb Piment im englischen als „allspice“ (Allgewürz) bezeichnet wird. Aufgrund des intensiven Geschmacks von Piment gilt allerdings „weniger ist mehr“.

Zu den besonders dekorativen Gewürzen zählt der Sternanis mit seinen acht zackenförmigen Kammern, die die glatt-glänzenden Samen enthalten. Der würzig-herbe Geschmack erinnert an den in unseren Breiten heimischen Anis und ist ihm auch in der verdauungsfördernden Wirkung ähnlich. Sternanis wird im ganzen verwendet, das leicht süßliche Aroma macht Sternanis zum beliebten Weihnachtsgewürze. Vanille ist das ganze Jahr über hoch im Kurs und darf in keiner Küche fehlen, schon gar nicht in der Weihnachtsbäckerei.

Die Vanilleschoten kommen von Orchideen, die in mühevoller Handarbeit bestäubt und die Schoten nach Monaten geerntet und weiterverarbeitet werden. Will man das volle Vanillearoma in seinen Backwaren schmecken, ist Vanillezucker keine Alternative — hier sollte schon auf die etwas teurere, hochwertige Schote zurückgegriffen und die Vanille rausgeschabt werden.

Ätherisches Öl für Ruhe und Entspannung

Der Jahreszeit entsprechend wirken ätherische Öle in einigen Gewürzen — insbesondere Vanille, Zimt und Gewürznelken — wärmend, einhüllend und beruhigend. Um sich am Heiligabend eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, können wenige Tropfen dieser ätherischen Öle in Duftlampe oder Diffuser geträufelt werden.

Sparsam würzen: Die Dosis macht das Gift

Wie bei den meistern Kräutern gilt auch bei Gewürzen: Die Dosis macht das Gift. Das beste Beispiel ist hier die Muskatnuss, die ab einer Menge von 4 Gramm (entspricht etwa einer halben Nuss) Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Durchfall auslösen kann. In geringer Dosis reguliert Muskat allerdings auch die Verdauung, wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und stimmungsaufhellend. So sollten Gewürze allgemein sparsam verwendet werden, um ihre positiven Eigenschaften optimal zu nutzen.

Gebrannte Mandeln

Zutaten: 200 g Mandeln, 100 ml Wasser, 200 g Zucker, 1 TL Zimt, 1 Msp. Kardamom, 1 Prise Vanille, 1 Prise Salz.
Zubereitung: Ein Backblech mit Backpapier belegen und für später beiseite stellen. Zucker, Gewürze und Wasser in eine Pfanne geben und aufkochen lassen. Wenn es köchelt, Hitze etwas zurückdrehen, Mandeln zugeben und gut unterrühren. Unter ständigem Rühren dann das Wasser verkochen lassen, bis die Mandeln von zähflüssigem Sirup überzogen sind. Weiterrühren, bis der Zucker auf den Mandeln kristallisiert und die Mandeln von einer matten Zuckerschicht überzogen sind. Die gebrannten Mandeln dann aus der Pfanne auf das mit Backpapier belegte Backblech leeren und abkühlen lassen. Möchte man die Mandeln einzeln haben, muss man sie vor dem abkühlen mit zwei Gabeln noch auseinander trennen.

Apfel-Gewürzpunsch (alkoholfrei)

Zutaten: 200 ml Wasser, 300 ml Apfelsaft, 1/2 Stange Zimt, 2 Scheiben Ingwer, 1/2 Sternanis, 3 bis 4 Gewürznelken
Zubereitung: Wasser und Apfelsaft in einen Topf geben, Gewürze dazu, alles gemeinsam aufkochen und für etwa 10 bis 15 Minuten leicht köcheln lassen. Dann die Gewürze abseihen und ev. mit Zitronensaft und Honig abschmecken.

Von Gisela Gillhofer

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