Super League schon im Frühstadium kollabiert

Initiatoren mussten nach Rückzug der sechs englischen Teams Niederlage eingestehen

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So blitzartig das Projekt der Super League aus dem Boden gestampft worden war, so prompt war es auch schon wieder Geschichte.

Nur zwei Tage nach der Gründung verkündete ein Klub nach dem anderen den Ausstieg, ehe Mitinitiator Andrea Agnelli, zugleich Präsident von Juventus Turin, schweren Herzens eingestehen musste: „Ich glaube nicht, dass das Projekt immer noch läuft.“

ManCity machte Anfang

Den Anfang machte Manchester City. Der CL-Halbfinalist gab am Dienstag um 22.19 Uhr offiziell seinen Rückzug bekannt. Bereits zuvor hatte sich Trainer Pep Guardiola klar gegen die Eliteliga gestellt. „Es hat für mich nichts mit Sport zu tun, wenn es keinen Zusammenhang gibt zwischen Aufwand und Erfolg, wenn der Erfolg garantiert und es egal ist, wenn du verlierst.“

Noch in derselben Nacht zogen die weiteren englischen Vertreter nach: Liverpool, Manchester United, Arsenal, Tottenham und Chelsea. Am Mittwoch folgten Atletico Madrid, Inter Mailand, AC Milan und auch Juventus. Nur Barcelona und Real Madrid gaben bis am Abend noch keine Statements ab.

50+1-Regel in England?

Speziell in England hatte es massive Fanproteste gegeben. ManU-Geschäftsführer Ed Woodward kündigte seinen Rückzug mit Jahresende an, Liverpools Eigentümer John W. Henry musste kleinlaut zugeben: „Es tut mir leid. Ich alleine bin für die unnötige Negativität, die in den vergangenen Tagen aufgekommen ist, verantwortlich“, sagte der US-Amerikaner. Die jüngsten Ereignisse hätten die Kraft, die die Fans haben, gezeigt. „Wir haben euch gehört, ich habe euch gehört.“ Sportminister Oliver Dowden erklärte gar, über die in Deutschland gültige 50+1-Regel nachdenken zu wollen. Diese sieht vor, dass Investoren keine Mehrheit an einem Fußballklub halten dürfen.

„Bleibe von Schönheit des Projekts überzeugt“

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Keineswegs selbstkritisch gab sich Agnelli, gemeinsam mit Real-Boss Florentino Perez die treibende Kraft der Super League. „Ich bleibe überzeugt von der Schönheit dieses Projektes. Es hätte den besten Wettbewerb der Welt kreiert.“ Der Fiat-Manager betonte neuerlich, dass der europäische Fußball eine Veränderung brauche. Vor dem Rückzug der englischen Vertreter seien zahlreiche andere Klubs wegen einer Aufnahme an ihn herangetreten.

Für das Scheitern machte er auch die britische Regierung um Premier Boris Johnson, der seinen Widerstand angekündigt hatte, verantwortlich.

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