Supermärkte ziehen die Osterhasen magisch an

Fachgeschäfte bleiben in Karwoche geschlossen— Im Ostergeschäft lagen Supermärkte stets voran

Mehr als 200 Millionen Euro hätten Österreichs Osterhasen im Korb, aber 61 Prozent der Läden sind zu. © Christ Art - stock.adobe.com

Stellt sich also die Frage, ob die Osterhasen heuer in den geöffneten Supermärkten noch fleißiger einkaufen werden, oder aufgrund fehlender Einkaufsoptionen ihre Nachfrage einschränken.

Zuletzt war es laut Erhebungen des Handelsverbandes so, dass in Oberösterreich mehr als die Hälfte der Ostergeschenke (51,4 Prozent) in den Supermärkten und bei Diskontern gekauft wurden. Diese stehen auch heuer zur Verfügung. Auch die Internet-Shops mit einem bisherigen Anteil von 23,6 Prozent am ökonomischen Osterkuchen laufen.

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Anders die Situation bei zuletzt ebenfalls hochfrequentierten Anlaufstellen im Ostergeschäft: Shoppingcenter (30,6 Prozent Anteil am Kundenaufkommen zu Ostern 2019), sowie Geschäfte an bekannten Einkaufsstraßen und etwas abseits davon, die im Vorjahr knapp die Hälfte der Osterkundschaft auch angesteuert hat, sind in der Karwoche 2020 aufgrund der Coronakrise weitestgehend abgesperrt.

Dabei hatten auch sie schon z.B. auf den Karfreitag geschielt, der im Handel traditionell der umsatzstärkste Tag des Jahres ist. Österreichweit sind laut Einschätzung der Wirtschaftskammer derzeit 61 Prozent der Einzelhandelsgeschäfte und damit 69 Prozent der verfügbaren Einkaufsfläche krisenbedingt stillgelegt.

94 Euro pro Kopf in OÖ

Das abholbare Nachfragepotenzial für Oberösterreichs Handelsbetriebe im Ostergeschäft beträgt laut Erfahrungen des Handelsverbandes — umgelegt auf jeden Kopf von 17 bis 69 Jahren — 19 Euro für Süßwaren und gefärbte Eier, 29 Euro für Spielwaren, Blumen oder Gutscheine, 36 Euro für Lebensmittel und weitere 10 Euro pro Kopf für Dekorationsmaterialien — macht unter dem Strich also pro Kopf und Nase durchschnittliche Aufwendungen von 58 Euro für Osterartikel plus 36 Euro für den Lebensmitteleinkauf.

So bleibt es heuer also den Spürnasen der Osterhasen überlassen, in der ausgedünnten Handelslandschaft die beliebtesten Geschenkartikel für das Fest aufzutreiben. Es sind dies laut Erhebungen der Wirtschaftskammer Süßigkeiten, gefärbte Eier, Spielsachen, Blumen, Parfums sowie Sportartikel und Unterhaltungselektronik.

110 Millionen € pro Tag

Eine Studie der Linzer Johannes Kepler Universität beziffert die Umsatzverluste im österreichischen Handel aufgrund der verordneten Sperren mit 110 Millionen Euro pro Tag, beziehungsweise mit 46 Prozent des in dieser Saison üblichen Umsatzaufkommens. Am stärksten betroffen sind Bekleidungsgeschäfte, Möbelhäuser, Baumärkte, Elektrohändler und die Sportartikelbranche. Und auch die Kunden leiden: 47 Prozent geben in der Studie an, ihre Einkaufsmöglichkeiten bereits zu vermissen.

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