„Susi“ ist erwachsen geworden

Ein Facelift bekam Suzukis Vitara zum 30. Geburtstag im vergangenen Jahr verpasst – „Susi“, eigentlich liebevoller Spitzname in der Suzuki-Motorradabteilung, ist also erwachsen geworden. Der Vitara fährt zwar noch immer über Stock und Stein, wenn nötig – aber eigentlich ist er vom Schlammkraxler zum alltagstauglichen Cityrunner herangewachsen.

Von Harald Engelsberger

1988 wurde der Suzuki Vitara als Jimny-Nachfolger auf den Markt gebracht und er sollte sich als kompakter geländegängiger Allrad-SUV für Waldwege, Schlamm und Steine etablieren. Bis heute wurde der Japaner weltweit mehr als 3,6 Millionen Mal verkauft. Nach einem Facelift zum 30-Jahr-Jubiläum folgte bei der 2019er-Version die Abkehr vom Diesel, den Suzuki Vitara gibt es nur noch mit Turbolader-Benzinmotor – entweder mit dem 112 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder oder mit dem 1,4-Liter-Vierzylinder und 140 PS, wahlweise mit Schaltgetriebe oder 6-Gang-Automatik.

Typenschein

Suzuki Vitara 1.0 Allgrip

Preis: ab € 24.490,– inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 28.480,–; ein Vitara gibt es ab € 18.990,–
NoVA/Steuer: 8 % / € 438,96 jährlich
Garantie: 5 Jahre ohne Kilometerbegrenzung, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: Mobilitätsgarantie

Technische Daten:
Motor: 3-Zylinder-Benzinotor mit Abgasturbolader und Direkteinspritzung, 998 cm³, 82 kW/112 PS bei 5500 U/min, max. Drehmoment 170 Nm ab 2000 U/min
Getriebe: 5-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 12 s
MVEG-Verbrauch: 6,6/5,2/5,7 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 7,1 Liter
CO2-Ausstoß: 129 g/km
Euro 6

Eckdaten:
L/B/H: 4170/1775/1595 mm
Radstand: 2500 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1194/1730 kg
Kofferraum: 375–1120 Liter
Tank: 47 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 215/55 R17 auf 17“-Alufelgen

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/DSBS/ESP/BSM/TSR/ACC
Airbags: 9

Der Allgrip-Allradantrieb ist sehr flexibel und gleich vier Fahrmodi stehen zur Verfügung: Auto, Sport, Snow und Lock (eine fixe 50:50-Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse). Im Normalbetrieb ist der Vitara damit ein Fronttriebler, der die Hinterachse je nach Notwendigkeit variabel zuschaltet. Geländeeigenschaften wie Böschungswinkel werden im Prospekt nicht mehr angegeben, lediglich eine Bodenfreiheit von 175 Millimeter, allemal ausreichend für Ausflüge in die Botanik.

Die fantasievolle Farbbezeichnung Ice Grayish Blue Metallic (DBF) mit Dachfarbe Cosmic Black Pearl Metallic (ZCE) – im Typenschein schlicht „Blau“ genannt – ist übrigens das einzige aufpreispflichtige Extra beim Kauf eines Vitara. Alles andere gibt’s serienmäßig: Panorama-Schiebedach, bequeme Lederausstattung, Sitzheizung, Einparkhilfe oder adaptiven Tempomat ebenso wie Navi und Freisprecheinrichtung in der praktischen Infotainment-Zentrale mit 7-Zoll-Touchscreen.

Auch die aktive Sicherheit wird serienmäßig mitgeliefert: Neben der automatischen Bremsfunktion verfügt das DSBS-System auch über ein Spurhaltewarnsystem mit aktivem Spurhalteassistenten sowie Kollisionswarner und Müdigkeitserkennung. Ebenso dabei ist die Verkehrszeichenerkennung, die Schilder am Straßenrand erkennt und beispielsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Überholverbote auf dem Informationsdisplay in der Mittelkonsole anzeigt. Zu bemängeln gibt es höchstens die etwas eng bemessene Kniefreiheit für Fondpassagiere.

Fazit: Der Vitara ist jetzt noch ausgereifter, auch optisch, und hat mit Ausflügen ins Gelände nicht mehr viel am Hut – dafür gibt es andere Fahrzeuge. Dennoch ist der Allradantrieb mit den vier verschiedenen Fahrmodi ein sicherer Begleiter bei allen Straßenverhältnissen. Die komfortable und komplette Serienausstattung samt Panorama-Schiebedach, Lederausstattung und Infotainment-Zentrale tut ihr übriges, um den neuen Vitara zum feinen Salonwagen zu machen.

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