Suzuki GSX-S1000S: 11.500 Touren

Wie treibt man die Katana in den roten Bereich, also auf mindestens 11.500 Touren? Indem man die vier Zylinder der Suzuki bis zur Spitze von 240 km/h treibt; oder indem man gach in der Ersten mit Tempo 140 dahinbraust.

In beiden Fällen röhrt die 150 PS starke, zweisitzige Maschine brachial laut und in beiden Fällen fühlt man sich wegen der Vibrationen wie in einer Waschmaschine beim Schleudergang.

Typenschein

Suzuki GSX-S1000S Katana

Preis: ab € 15.990,- inkl. Steuern und Abgaben; Testmotorradpreis € 15.990,-
Steuer: € 299,70 jährlich
Garantie: 2 Jahre
Service: alle 12.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Viertaktreihenmotor mit Direkteinspritzung, 999 cm³, 110 kW/150 PS bei 10.000 U/min, max. Drehmoment 108 Nm bei 9500 U/min
Getriebe: Sechsgangschaltung
Antrieb: Kette links
Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h
Fahrwerk: Aluminium-Brückenrahmen, vorne 43 mm USD-Teleskopgabel, Lenkkopfwinkel 65°, Nachlauf 100 mm, Federweg vorne/hinten 120/130 mm, hinten Aluminium-Superbike-Schwinge, vorne 310 mm Doppelscheibenbremse, hinten 250 mm Einscheibenbremse
Regelsysteme: ABS, TRC, SCAS
Sitzhöhe: 825 Millimeter
Gesamtlänge: 2125 Millimeter
Radstand: 1460 Millimeter
Eigengewicht: 220 Kilogramm
Gesamtgewicht: 400 Kilogramm
Tankvolumen: 12 Liter
Reifen vorne: 120/70 ZR17
Reifen hinten: 190/50 ZR17

Schonender für Bandscheiben und Motor ist dann das natürliche Habitat der Japanerin, also irgendwo im Bereich zwischen 2500 und 6000 Touren. Das tausend Kubik starke Renngerät zeigt ab 2500 Umdrehungen erstmals Muskeln, ab 4000 Umdrehungen legt sich die Katana so richtig ins Zeug. Dann spürt man die Kraft, die der Maschine innewohnt.

Die Katana ist übrigens nach dem japanischen Langschwert benannt, die erste Katana wurde 1981 vorgestellt. Im Jahr 2000 wurde eine auf 200 Exemplare limitierte „Final Edition“ herausgebracht – aber die Legende wurde im Vorjahr wieder mit Leben erfüllt.

Die expressive Suzuki verbindet dabei das unverkennbare Design von damals mit modernster Technik und Sicherheitsstandards der Gegenwart, erkennbar beispielsweise an LED-Beleuchtung, ABS und dreistufiger Traktionskontrolle. Dabei zeigt sich die Katana bei der Sitzposition höchst ergonomisch, bei der Bedienung des Displays intuitiv und bei der Vorderradbremse bombenfest – während die Hinterradbremse ruhig eine Spur schärfer sein könnte.

Die Neuauflage der Katana hat auch optisch das Zeug zum Hype – der schlanke Tank verbunden mit dem hohen Lenker und dem quadratischen Scheinwerfer steht dabei nicht im Gegensatz zur scharf gezeichneten Silhouette und dem minimalistischen Windshield.

Die leichte Japanerin hat eigentlich nur einen Nachteil: Der Tank fasst lediglich zwölf Liter, lange Touren sind auf dem scharfen, aber leicht beherrschbarem Bike somit leider ein Ding der Unmöglichkeit, denn mit fünf Litern Verbrauch ist nach gut 220 Kilometern der Tank leer.

Fazit: Scharfes Design und scharfe Fahrwerte in expressiver Optik garniert mit Baukastentechnik aus Super- und Tourensport.

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